KTM baut nun seine Autos selbst in Graz
Gute Nachricht für das Detroit der Alpen: KTM, neuerdings auch Automobilhersteller, kündigt einen zweiten Produktionsstandort an und will künftig in Graz eine eigene Vierrad-Fertigung starten.

Foto © APAX-Bow wird im eigenen Werk montiert
Die Entscheidung, mit sämtlichen Aktivitäten in Sachen Vierrad in die Steiermark zu gehen, ist im Vorstand der Cross Holding bereits gefallen. "Ja, da gibt es für uns kein Zurück mehr", bestätigt Vorstandschef Stefan Pierer: ,"Wir müssen diesen Schritt machen, weil wir mit unseren Expansionsplänen in Mattighofen bereits an die Grenzen stoßen. Deshalb wollen wir das Zweirad-Geschäft und alles, was bei KTM mit vier Rädern zu tun hat, trennen."
Zweites Standbein.
Das zweite Standbein in Graz zu setzen ist für Pierer logisch. ,,Wir wollen in Zukunft die Entwicklung und Fertigung unserer Vierrad-Modelle dort machen, wo wir die bestqualifizierten Leute dafür finden. Und die gibt es in Graz im Umfeld unseres Entwicklungspartners Magna", so der gebürtige Obersteirer, der sich in der Nähe des Entwicklungspartners Magna im Süden der Landeshauptstadt ansiedeln und mittelfristig 100 Arbeitsplätze schaffen will. Pierer: ,,Wir prüfen bereits geeignete Objekte. Geht es nach unseren Vorstellungen, könnten wir im Frühjahr startbereit sein." Das größte Volumen - rund 10.000 Stück pro Jahr - sollten vorerst die geländetauglichen KTM-Quads machen, die sich in den USA unter dem Begriff ATV (All Terrain Vehicle) großer Beliebtheit erfreuen. KTM kommt dieser Tage in Amerika mit zwei neuen Modellen, die künftig in Graz gebaut werden, auf den Markt. Zu Preisen von rund 6600 Euro.
Abgesagt.
Es gilt aber auch als gesichert, dass KTM den in Genf präsentierten zweisitzigen Sportwagen "X-Bow" entgegen den ursprünglichen Plänen nicht bei Magna, sondern ebenfalls im eigenen Werk montieren wird. Pierer: "Das liegt nahe. Magna wird aber trotzdem ein wichtiger Partner bleiben, mit dem wir auch bei kommenden Projekten kooperieren wollen."
Kleinserie.
Der minimalistische KTM-Sportwagen soll in den nächsten fünf Jahren in einer Kleinserie von 5000 Stück gebaut werden, pro Jahr denkt Pierer an 1000 Verkäufe. Mit Ende August lagen 1750 Bestellungen aus aller Welt vor. Die ersten Kundenfahrzeuge dürften im April nächsten Jahres ausgeliefert werden. Eine zweite Modellreihe - gerüchteweise ein kurzer Offroader - ist für 2009 zu erwarten.
Eingekauft.
In der Zwischenzeit hat KTM auch das größte Problem für die Fertigung seines ersten Autos gelöst. Mit dem Einstieg beim süddeutschen Carbon-Spezialisten Wethje (KTM erwarb 74 Prozent der Anteile) steht der Zulieferer des extrem leichten und crashsicheren Kohlefaser-Monocoques fest. Österreichische Teile-Partner werden unter anderem Austria Alu Guss (Felgen) und Polytec sein. Motor und Getriebe kommen von Audi, der Zweiliter-Turbo-FSI-Motor hat in der Basisversion 240 PS. Festgelegt wurde nun auch der Preis des KTM-Flitzers: Bei 44.400 Euro geht es los - exklusive Steuern und Nova.














