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Zuletzt aktualisiert: 05.09.2007 um 14:24 Uhr

" Menschen wollen den Ausgleich"

ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer setzt auf einen schwarzen Bürgermeister in Graz - als Ausgleich zu Bund und Land.

Schützenhöfer ortet bei der SPÖ einen Strategiewechsel

Foto © APASchützenhöfer ortet bei der SPÖ einen Strategiewechsel

Wie ist denn jetzt, nach der Sommerpause, das Klima zwischen Franz Voves und Ihnen?
HERMANN SCHÜTZENHÖFER: So wie es vorher war. Franz Voves und ich können im persönlichen Umgang viel besser als manche glauben. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass wir in wesentlichen Fragen unterschiedlicher Meinung sind und daran, dass die Auseinandersetzungen härter werden, weil in der SPÖ offensichtlich ein Strategiewechsel stattfindet, nämlich den Spitzenmann in der Volkspartei stärker zu attackieren.

Ist das eine steirische Entwicklung oder hat das mit der Bundespolitik zu tun?
SCHÜTZENHÖFER: So weit wie auf Bundesebene sind wir in der täglichen gegenseitigen Bekämpfung noch nicht.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie seit der Wahl schon an Terrain gewonnen haben gegenüber Voves?
SCHÜTZENHÖFER: Wirklich auf der Überholspur sind wir noch nicht, aber wir stehen angesichts dessen, was im Oktober 2005 passiert ist, ganz gut da.

Wie gut steht es um die Chancen des Grazer Bürgermeisters Siegfried Nagl für eine Wiederwahl?
SCHÜTZENHÖFER: Sigi Nagl ist als Bürgermeister unbestritten. Selbstverständlich werden wir auch die Frage stellen: Schauen Sie die Herausforderer an, wollen Sie Nagl oder einen der anderen? Und wir werden nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass seit der letzten Gemeinderatswahl der Bundespräsident rot geworden ist, der Bundeskanzler rot geworden ist und der Landeshauptmann rot geworden ist.

Also die Wiederbelebung der Angst vor der roten Katz'?
SCHÜTZENHÖFER: Ach, die rote Katze gibt's schon lange nicht mehr. Die Menschen haben ein inneres Ausgleichsdenken, darauf wird man verweisen dürfen, in einer Stadt, die eine bürgerliche ist.

Auch nach der Wahl wird Nagl keine absolute Mehrheit haben, sondern einen Partner brauchen. Die Kommunisten haben schon abgesagt, bei den Grünen ist die Lust auch nicht sehr groß. Setzen Sie darauf, dass die FPÖ erstarkt?
SCHÜTZENHÖFER: Ich spekuliere da jetzt nicht, wer nach der Wahl mit wem koalieren kann. Die Grazer ÖVP hat ja fast 13 Prozent dazu gewonnen, ist auf über 36 Prozent. Die relative Mehrheit zu halten, das wäre eine klare Entscheidung des Wählers. Dann wird es keine Koalition von SPÖ, KPÖ, Grünen und wer sich sonst noch findet gegen die ÖVP geben. Ich glaube, dass es dann zu einer weiteren Zusammenarbeit mit der SPÖ in Graz kommt.

Sie rechnen nicht mit einer Koalition gegen Nagl?
SCHÜTZENHÖFER: Demokratisch ist alles denkbar, wir werden auch darauf hinweisen. Aber wer Nagl will, muss Nagl wählen, und ich glaube dass er weit vor allen anderen Kandidaten liegen wird.

Für Bundesparteiobmann Willi Molterer ist FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zur Zeit nicht partnerfähig. Die Sprüche der blauen Frontfrau Susanne Winter sind auch recht markig. Ist die FPÖ ein Partner in Graz?
SCHÜTZENHÖFER: Das wird man die Grazer fragen müssen. Ich war persönlich nie dafür, Parteien auszugrenzen. Wir haben im Lande mit der FPÖ gut zusammengearbeitet, wir arbeiten mit der SPÖ ordentlich zusammen. Man muss sich immer auch die Personen anschauen. Die Grünen in Graz lassen erkennen, dass sie mit der ÖVP eher nicht wollen, während wir im Land ein ausgesprochen gutes Gesprächsklima mit den Grünen haben.

INTERVIEW: CLAUS ALBERTANI, CLAUDIA GIGLER

Hermann Schützenhöfer

Geboren: 1952 in Edlitz (NÖ). Karriere: Nach einer Kaufmannslehre wurde er Landesobmann der Jungen ÖVP, 1981 Landtagsabgeordneter, 1994 ÖVP-Klubobmann, im Jahr 2000 Landesrat, 2005 Landeshauptmann-Stellvertreter, 2006 ÖVP-Chef.

Grafik © Kleine Zeitung

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