Schon zehn Drogentote: Jüngstes Opfer war 13
Schmerztabletten, Schlafmittel und eineinhalb Flaschen Bier waren für Grazer Schülerin tödlich: Die 13-Jährige ist die jüngste Drogentote.

Foto © APANicht der erste Fall von tödlichem Alkoholgenuss im Teenager-Alter
Während die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Drogentod des 26-jährigen Türken Yusuf K. in Graz noch laufen, konnten die Kriminalisten des Landeskriminalamtes die Umstände, die zum Tod einer Grazer Schülerin geführt hatten, klären. Die 13-Jährige war, wie berichtet, in der Nacht zum 25. August dieses Jahres in der elterlichen Wohnung verstorben. Die Laboruntersuchungen ergaben nun, dass die Schülerin durch Schlaftabletten, Schmerztabletten und eineinhalb Flaschen Bier gestorben war.
Tabletten gekauft. Die Tabletten hatte die 23-jährige Schwester des Opfers zuvor im Straßenverkauf besorgt. Sie gab ihrer kleinen Schwester am Abend zwei Schlaftabletten und ging danach kurz außer Haus. Während ihrer Abwesenheit dürfte die 13-Jährige noch einige Schmerztabletten eingenommen haben. Sie überlebte den Tabletten- und Alkoholkonsum nicht.
Ermittlungen. Die Ermittlungen der LKA-Mord- und Suchtgiftgruppe ergaben, dass das junge Opfer schon öfters Tabletten und Alkohol konsumiert hatte. Auch die 23-jährige Schwester - selbst Mutter von zwei kleinen Kindern - und der 21-jährige Bruder sind angeblich suchtmittelabhängig.
Drogentote. Nur eineinhalb Wochen nach dem tragischen Drogentod der Schülerin starb der 26-jährige Türke Yusuf K. Montagvormittag vor dem Haus Kernstockgasse 16 in Graz (wir berichteten). Die Hintergrundermittlungen in diesem Fall laufen noch. Yusuf K. ist bereits der zehnte Drogentote in diesem Jahr in der Steiermark. Im Vergleich dazu: 2006 war die steirische Polizei mit insgesamt zwölf Drogentoten konfrontiert. "Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnte die Zahl in diesem Jahr noch weiter ansteigen", befürchtet ein Ermittler.
Harte Drogen. Im Fall von Yusuf K. sprechen die Kriminalisten von einem "klassischen Drogentod". Er hatte zuviel Heroin und Kokain konsumiert. Während sein Freund überlebte, kam für den in Graz lebenden Türken jede Hilfe zu spät. Alle übrigen Opfer in diesem Jahr waren durch Tabletten und Alkohol sowie durch Ersatzdrogen wie Substitol gestorben.
















