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Zuletzt aktualisiert: 29.08.2007 um 11:40 Uhr

Bombendrohung am Grazer Hauptbahnhof: Steirer verurteilt

"Ich war verzweifelt und wollte auf meine Probleme aufmerksam machen", so sein Motiv. Zwei Jahre teilbedingte Strafe - Urteil nicht rechtskräftig.

Im Grazer Straflandesgericht musste sich am Mittwoch eine Steirer verantworten, der mit einer Bombendrohung gegen den Bahnhof für viel Wirbel gesorgt hatte. Der 35-Jährige wurde damals nach wenigen Stunden geschnappt und gestand, dass alles nur ein Scherz gewesen war. "Ich war verzweifelt und wollte auf meine Probleme aufmerksam machen", so sein Motiv. Er wurde nun zu einer teilbedingten Strafe von 24 Monaten verurteilt.

Alkohol. Der Angeklagte hatte schon mehrmals Probleme mit Alkohol, so auch im Frühjahr dieses Jahres. Am 17. Mai tätigte er rund 40 Anrufe beim Roten Kreuz, der Polizei, der Feuerwehr und der "Neuen Kronenzeitung". Überall verkündete er, dass am Bahnhof eine Bombe liege. Die Folge war eine Evakuierung und rund fünfstündige Sperre des gesamten Areals, was Kosten in der Höhe von rund 9.000 Euro verursachte.

Forderungen. "Warum haben Sie das gemacht? Sie haben keine Forderungen gestellt, nichts. Wollten Sie nur Spaß haben?", fragte Richter Erik Nauta. Der Beschuldigte verneinte und zeigte sich reuig. "Ich wollte auf meine ausweglose Situation aufmerksam machen", erklärte er seine Beweggründe. Seinen Angaben zufolge habe er sich mehrmals vergeblich bemüht, einen Therapieplatz für eine Alkoholentwöhnung zu bekommen. Er forderte am Telefon, dass ein Polizeibeamter, den er kannte, zu ihm kommen solle. Dieser Polizist hatte ihm schon bei mehreren Selbstmorddrohungen geholfen und ihn von seinem Vorhaben wieder abgebracht. Er konnte ihn auch diesmal in ein Gespräch verwickeln, wodurch die Sache rasch beendet war.

Sinnlos. Der Verteidiger bezeichnete den Vorfall als "sinnlose Verzweiflungstat". Der Staatsanwalt wollte nicht so recht an eine ganz spontane Tat glauben. Außerdem gab der Ankläger zu bedenken, dass die Tat "Auslöser für weitere Nachahmungstäter" gewesen sei. Innerhalb kürzester Zeit gingen dann nämlich Bombendrohungen im LKH Leoben, im LKH Wagna und im Grazer Wifi ein.

Urteil. Der 35-jährige wurde zu zwei Jahren Haft, davon acht Monaten unbedingt, verurteilt. Außerdem erging die Weisung, sich einer Therapie wegen der Alkoholsucht zu unterziehen. Der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig.


Fakten

Am nächsten Dienstag findet der nächste Bombendroher-
Prozess
statt: Vor Gericht muss sich jener Mann verantworten, der mit einer Bombe im LKH Leoben gedroht hatte.

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