Sporthandel verdaut Winterschock
Nach dem warmen Winter und massiven Umsatzeinbußen setzt der Sporthandel in Zukunft auf mehr Flexibilität und ein saisonunabhängiges Sortiment. Der Markt ist heiß umkämpft.

Foto © Reuters
Der Sporthandel blickt auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Der vergangene - so gar nicht winterliche - Winter nagte an den Umsätzen und setzte den Ketten gehörig zu. Im Oktober des Vorjahres hat sich im Grazer Shopping Center West Intersport Eybl in Stellung gebracht.
Zwischenbilanz.
Eine erste Zwischenbilanz fällt gut aus. Derzeit sind 90 Mitarbeiter für Intersport Eybl in Graz tätig, in Hinblick auf das nahende Wintergeschäft wird weiter aufgestockt, sagt Geschäftsführer Frank Fischer, der seit Juli im Amt ist. Zuvor war Fischer unter anderem für Ikea in Spanien tätig. Eine vergleichbare Dichte an Einkaufszentren, wie sie in Graz vorherrscht, habe er noch nirgendwo gesehen. "Das ist definitiv die größte Herausforderung, vor der ich je gestanden bin", so Fischer.
Umkämpftes Terrain.
Der Sportartikelhandel ist ein heiß umkämpftes Terrain. Der Markt stagniert, die Margen sind gering. Es herrscht beinharter Verdrängungswettbewerb. Und doch ist Österreich ein wichtiger Markt. "Die Pro-Kopf-Ausgaben für Sportartikel sind in Österreich sehr hoch", sagt Fischer.
Gefüllte Lager.
Die Hoffnungen ruhen auf einer lukrativen Wintersaison. Gleichzeitig sind die Schi-Lager bei mancher Sportartikel-Kette noch vom letzten Winter gefüllt. Startet also die neue Saison gleich mit einem Ausverkauf? "Wir wollen nicht gleich damit beginnen, das ist nicht im Sinne des Handels", sagt Intersport-Eybl-Vorstand Peter Wahle. Vielmehr werde eine flexiblere Beschaffung mit weniger Risiko angestrebt. Es soll also nicht schon vor der Saison im großen Stil bestellt werden, sondern je nach Bedarf. Auf die Schihersteller, die ohnehin noch mit den Umsatzrückgängen der Vorsaison zu kämpfen haben, wird der Druck also erhöht. "Als
Händler müssen wir das Risiko in Zukunft besser streuen, wir haben nur begrenzt Spielraum", sagt Wahle. Insgesamt rechne er damit, dass nicht die gesamten Verluste aus dem Winter wettgemacht werden konnten.
Vom Frühjahr profitiert.
Der gesamte Sportartikelhandel hat aber auch vom milden Frühjahr profitiert. Bei Fahrrädern, Laufschuhen und im Fitness-Bereich konnte ein Umsatzplus erzielt werden. "Wir werden saisonunabhängiger", sagt Wahle. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Sport Eybl & Sports Experts einen Umsatz von 390 Millionen Euro.
Der Einkaufsverbund "Sport 2000" mit österreichweit über 230 Vertragshändlern konnte nach eigenen Angaben trotz des schlechten Winters im ersten Halbjahr ein Plus von einem Prozent erzielen. Statt Schiern hätten die Österreicher vor allem Fahrräder gekauft, hieß es.
















