Mit Abschiebung erpresst: Prozess vertagt
58-Jähriger forderte von Türken 15.000 Euro.
Ein 58-jähriger Grazer hat sich am Donnerstag wegen
versuchter schwerer Erpressung vor dem Straflandesgericht Graz
verantworten müssen. Der Mann soll laut Anklage rund 15.000 Euro von
einem türkischen Asylwerber gefordert und ihm für den Fall der
Nichtbezahlung mit Abschiebung gedroht haben, wobei er die mit
persönlichen Details gespickten erpresserischen Forderungen auf die
Mailbox des 45-Jährigen gesprochen habe. Der Grazer war auch wegen
pornografischer Darstellungen Minderjähriger angeklagt. Der Prozess
wurde vertagt.
Aktenkopie. Dem Ganzen war ein Verkehrsunfall vorausgegangen, an dem der
Asylwerber als Pkw-Lenker und ein Bekannter des Angeklagten als
Radfahrer beteiligt gewesen waren. Der Radfahrer wurde dabei leicht
verletzt; eine vorerst eingebrachte Strafanzeige wegen des Verdachts
der fahrlässigen Körperverletzung gegen den Autofahrer wurde
zurückgelegt. Daraufhin soll sich der Angeklagte zusammen mit seinem
Bekannten beim Bezirksanwalt eine Aktenkopie des Unfalls besorgt
haben und so an die Daten des 45-Jährigen gekommen sein.
Auf die Frage, warum er denn den Asylwerber erpresst habe, meinte
der 58-Jährige: "Ich bin unter massiver Einschüchterung meines
Bekannten gestanden." - "Warum geben Sie das heute zum ersten Mal
an?", wollte Richter Martin Wolf wissen. Eine schlüssige Antwort gab
es nicht.

















