Grazer Forscher auf Australien-Trip
MedUni-Mitarbeiter sechs Monate in Labor und Ambulanz in Brisbane - "BA-CA Scientists Visting"-Austauschprogramm
Austausch. In Österreich erkranken etwa fünf bis zehn Prozent
der werdenden Mütter an Schwangerschaftsdiabetes. Die Erkrankung kann
u.a. zu Größenveränderungen beim Baby führen, weiß Willibald Zeck von
der Uni-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Medizinischen
Universität Graz. Zeck hat im Zuge des "BA-CA Scientists
Visiting"-Austauschprogramms sechs Monate an der australischen
University of Queensland in Brisbane auf diesem Gebiet geforscht.
Diabetes. Für die University of Queensland habe er sich entschieden, als er
nach weltweit führenden Institutionen auf dem Gebiet des
Schwangerschaftsdiabetes suchte - "und viele gibt es ja nicht",
erklärte Zeck im APA-Gespräch. "In Brisbane gibt es ein solches
Zentrum, an dem pro Woche bis zu hundert Frauen behandelt werden. Im
Vergleich: Die Stadt verzeichnet rund 8.000 Geburten pro Jahr, in
Graz sind es etwa 2.300."
Wirkung. Zeck arbeitete während seines Aufenthalts in Australien in einer
Ambulanz, um das dortige Management kennen zu lernen, und in einem
Labor. "Da wurden Zellen gezüchtet, von denen man weiß, dass sie
Plazenta-Wachstumshormone produzieren. Diese wurden dann mit
Substanzen, die im weiblichen Körper vorkommen und von denen man
weiß, dass sie Auswirkungen haben könnten, versetzt", erklärte der
Mediziner. So könne man etwas über die unterschiedlichen
Wirkungsweisen erfahren.
Kooperation. Der Aufenthalt sei eine "wunderbare Erfahrung" gewesen, berichtete
der Grazer. Er habe viel gelernt, z.B. Methoden, die in Graz nicht
ständig verwendet würden. Sein australischer Supervisor, David
McIntyre, werde im September übrigens die steirische Landeshauptstadt
besuchen, woraus eine längerfristige Kooperation entstehen soll.
Stadt-Land. Ab September ist der junge Forscher dann für ein Jahr wieder im
Ausland unterwegs: "Es gibt kaum Zahlen über Schwangerschaftsdiabetes
in Ostafrika", so Zeck, der seit 2002 für eine NGO in Tansania tätig
ist. Nun will er im Herbst in das ostafrikanische Land fahren und in
einer Studie u.a. erheben, wie viele Betroffene es dort gibt, wie
viele Todesfälle vor der Geburt möglicherweise auf
Schwangerschaftsdiabetes zurückzuführen sind oder die Situationen
zwischen Stadt und Land vergleichen.
















