"Wenn ich Sorgen habe, spüle ich sie weg"
Andauernder Psychoterror: Grazer zeigt sein "böses Ich", wenn er Alkohol getrunken hat.

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"Wenn er etwas getrunken hat", sagt die zarte Freundin des Beschuldigten, "kommt das böse Ich heraus. Sonst ist er total ruhig." Wenn dieser 28-jährige Grazer also getrunken hat, sagt er zum Beispiel zu dieser Frau, die auch die Mutter seines dreijährigen Kindes ist: "Ich brenne dich weg." Dann legt er sich vor die Wohnungstür der Frau, dann tritt er die Tür ein, dann kündigt er an, er werde alle "wegtun", die sich dieser Frau nähern, "kleschen" werde er ihr eine und einem Bekannten ins Gesicht schlagen.
Eifersüchtig. "Ich bin auch krankhaft eifersüchtig", sagt er zu Richter Raimund Frei im Straflandesgericht Graz. "Das kann man beheben", die trockene Antwort. Das Hauptproblem dieses Mannes ist aber der Alkohol, "ich weiß das und ich muss das ändern. Wenn ich trinke, bin ich ungut . . . sonst bin ich der gemütlichste Mensch überhaupt", will er ernsthafte Schritte zur Bekämpfung dieses Übels setzen. Erstmals sitzt er in Untersuchungshaft, die Gefahr, dass er seine Drohungen in die Tat umsetzen könnte, war der Behörde doch zu groß.
Psychotherapie. "Wenn ich Sorgen habe, spüle ich sie weg." - "Ja, nur verschwinden die Sorgen damit nicht, Kopf in den Sand stecken nützt überhaupt nichts", rückt der Richter dieses Bild zurecht. "Wenn er enthaftet wird, nehmen Sie ihn wieder auf?" - "Nein", schüttelt die Freundin heftig den Kopf, "nein." Vorerst hat sie wohl genug von seinen Beteuerungen. Das Urteil ist klug: Sieben Monate Freiheitsstrafe, davon sechs bedingt. Außerdem erteilt der Richter eine Weisung zur Psychotherapie. "Wenn Sie demnächst rauskommen, werden Sie womöglich feiern. Ich sag' Ihnen eines: Dann sind Sie sofort wieder herinnen." - "Natürlich", nickt er, "ich bin vollkommen einverstanden mit diesem Urteil, meine Lektion habe ich bereits gelernt."















