Steiermark kämpft um Prestige und Millionen
Im Herbst werden in Österreich elf Zuschläge für die Errichtung von Kompetenzzentren erteilt. Die Steiermark will sechs davon.

Foto © APGraz und Leoben bewerben sich um rund 13 Millionen Euro Bundesförderung
Ein Hauch von Wahlkampf weht durch die Steiermark. Es geht um das Bemühen, von der Neuordnung der österreichischen Forschungsförderung bestmöglich zu profitieren. Wie berichtet wird im Rahmen des so genannten Comet-Programms die Struktur der so genannten Kompetenzzentren geändert. Die bisherige Aufteilung in bundesweit rund 40 solcher Forschungsstätten wird aufgebrochen. Ende September wird über die Vergabe von drei Super-Kompetenzzentren (K2) und weiteren acht - etwas kleiner dimensionierten - K1-Zentren entschieden. Ziel ist es, die Kooperationen zwischen Industrie und Wissenschaft weiter zu stärken.
Sechs Kompetenzzentren. Nach den bisher erfolgten Ausscheidungsrunden sind noch 17 Anträge im Rennen. Doch nur elf werden letztendlich den Zuschlag bekommen. Brisanterweise erhebt die Steiermark gleich Anspruch auf sechs dieser Kompetenzzentren. Am Dienstag präsentierten sich Vertreter sämtlicher Bewerber gemeinsam mit Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann in Graz. Die gemeinsame unverblümte Botschaft: Wir wollen alles. Die Bandbreite der Forschungsschwerpunkte ist enorm.
Faire Bewertung erhofft. Für K2-Zentren und damit rund 13 Millionen Euro Bundesförderung bewirbt sich Graz mit dem Bereich "Mobilität" sowie Leoben mit dem Schwerpunkt "Werkstoffe". "Ich erwarte mir, dass die Jury die Qualität der Anträge erkennt und alle steirischen Kandidaten fair bewertet werden", sagt Buchmann. Positive Effekte erwartet sich Buchmann sowohl auf die Beschäftigung als auch auf den Wirtschaftsstandort. Für die kommenden Jahre will man seitens des Landes Steiermark rund 100 Millionen Euro für die Kompetenzzentren bereitstellen. Insgesamt werden in der Steiermark 1,06 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert, davon rund ein Drittel von öffentlicher Hand finanziert.
Politikum. Im Hintergrund ist die Frage der Vergabe auch ein politisches Muskelspiel. Bundesländer wie Wien, Oberösterreich, Niederösterreich oder Tirol - die sich ebenfalls um ein K2-Zentrum bemühen - wollen im Kampf um die Fördermillionen ebenfalls ein Wörtchen mitreden. Offiziell spricht nichts dagegen, dass zwei der drei K2-Zentren in der Steiermark angesiedelt sein könnten. Doch nach der Evaluierung durch die unabhängige Expertenkommission gehen die Empfehlungen schnurstracks in die zuständigen Ministerien. Die endgültige Entscheidung wird dort getroffen.
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Für die kommenden Jahre will man seitens des Landes Steiermark rund 100 Millionen Euro für die Kompetenzzentren bereitstellen.














