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    Zuletzt aktualisiert: 17.07.2007 um 16:28 Uhr

    Pilze haben wieder Hochsaison

    Die Schwammerln sprießen in der Steiermark aus dem Boden. Das Wetter verspricht heuer gute Ausbeute. Pro Tag darf man zwei Kilo Pilze sammeln.

    Sammler und Jäger von behüteten Kostbarkeiten können nun wieder in die heimischen Wälder ausrücken. Denn seit rund drei Wochen ist die Schwammerl-Zeit angebrochen.

    Pilze. "Vor allem Eierschwammerln sind jetzt schon sehr häufig", verrät Johann Kahr, Pilz-Experte am Landesmuseum Joanneum. Auch Steinpilze und Parasol schießen bereits aus dem Boden. "Mit viel Regen und hohen Temperaturen sind die Wetterbedingungen für die Pilze heuer gut", erklärt der Experte. "Im Vorjahr wurden aber große Mengen gesammelt, deshalb wird der Bestand nun vermutlich nicht allzu überschäumend", prognostiziert er.

    Sammelwütige. Ungeachtet der gesichteten Mengen aber müssen sich Sammelwütige ohnedies im Zaum halten. Denn wer sich mehr als zwei Kilogramm pro Tag aneignet, kann mit bis zu 730 Euro abgestraft werden. Noch strengere Sitten herrschen da in Kärnten: Eine eigene Pilzverordnung schreibt Strafen bis zu 7260 Euro vor. Seit kurzem erlaubt eine Gesetzesnovelle der Bergwacht, Fahrzeuge und Gepäck zu durchsuchen. Der Hintergrund: Aufgrund verschärfter Pilzsammelbestimmungen im Friaul befürchtet man einen erhöhten Ansturm italienischer Sammler.

    Pilztourismus. Von den Auswüchsen des Pilztourismus bemerkt man hierzulande wenig, bestätigt Heinz Lick, Forstschutzreferent des Landes Steiermark: "In der Obersteiermark gibt es jedes Jahr ein oder zwei Busse mit Sammeltouristen." Verschärfte Schutzbestimmungen sind nicht geplant. Vorsicht ist jedoch beim Pflücken angesagt: "Die Schwämme sollte man mit einem Messer flach abschneiden", betont Kahr. Denn sie sind nur die Früchte des unterirdischen Pilzgeflechtes, das keinesfalls beschädigt werden sollte.

    Weniger Herrenpilze. "Diese symbiotischen Pilze sind nun etwas seltener geworden", resümiert Kahr. "Rund um Graz ist die Baumlandschaft geschädigt, das hat Auswirkungen." Gehäuftes Vorkommen bemerkt er bei anderen Speisepilzen wie dem Parasol, der sich von Laubsubstrat ernährt, oder dem Hallimasch, der auf Baumrinden wächst. Als Voraussetzung für den Verzehr pocht Kahr auf eines: "Verwechslungen muss man zu 100 Prozent ausschließen können".

    ELISABETH PÖTLER

    Hilfe

    Die Pilzberatungsstelle der Stadt Graz ist Montag bis Freitag von 9 bis 11 und von 13 bis 15 Uhr geöffnet. Tel: 0316/872/3262. Für den Notfall: Die Vergiftungszentrale in Wien erreicht man rund um die Uhr unter der Telefonnummer 01/40 64 343.

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