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Zuletzt aktualisiert: 03.07.2007 um 23:19 Uhr

"Ohne Risiko kein Theater"

Ein Zuschauerplus von 5000 Besuchern und eine Steigerung der Auslastung um zwei auf 78 Prozent erzielte die Grazer Oper in der letzten Spielzeit.

Foto © AP

Guten Gewissens kann sich Jörg Koßdorff zwei Wochen auf dem Peloponnes erholen: "Im Lauf einer Saison lässt man viele Nerven liegen". Als Bühnenbildner hat er eben mit der von Peter Konwitschny inszenierten Premiere von Franz Lehárs "Land des Lächelns" an der Komischen Oper Berlin viel Beifall und Kritikerlob errungen. Als Intendant der Grazer Oper kann er auf seine bisher erfolgreichste Spielzeit zurückblicken.

Zufriedenheit. Ein Plus von 5000 auf insgesamt 164.909 Besucher und eine Steigerung der Sitzplatzauslastung um zwei auf 78 Prozent geben Anlass zur Zufriedenheit. Wobei es zu differenzieren gilt: Erzielten die 167 Musiktheateraufführungen eine Durchschnittsauslastung von 77,57 Prozent, so liegen die 13 Konzerte mit 66,34 Prozent deutlich dahinter.

"Carmen". Spitzenreiter in der Publikumsgunst war Georges Bizets "Carmen", die in 18 Aufführungen 92,37 Prozent Auslastung erzielte, gefolgt von Richard Wagners "Fliegendem Holländer" (83,95 Prozent). Achtbar schlugen sich auch das Ballett "Der Nussknacker" (78,41 Prozent), das Musical "Anything Goes" (76,04 Prozent), Lortzings "Zar und Zimmermann" (75,78 Prozent) und Kienzls "Evangelimann" (73,12 Prozent).

Am unteren Ende. Am unteren Ende der Auslastungsstatistik rangieren "Die lustige Witwe" (63,73 Prozent) und Mozarts "Titus" (68,77 Prozent). Die höchsten Gesamteinnahmen erzielte Porters "Anything Goes" mit 534.739 Euro aus 27 Vorstellungen. Nimmt man den Einnahmenschnitt als Maßstab, dann rangiert "Carmen" mit 24.020,54 Euro pro Vorstellung vor dem "Fliegenden Holländer" (22.423,79 Euro) und dem "Evangelimann" (21.153,44 Euro). Koßdorff freut sich nicht nur über die guten Zahlen, sondern vor allem über "das hohe künstlerische Niveau", das er unbedingt halten möchte. Besonders enttäuscht hat ihn die misslungene Inszenierung des zweiten Akts der "Lustigen Witwe", aber er weiß nur zu gut: "Ohne Risiko kann man kein Theater spielen."

ERNST NAREDI-RAINER

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