Wieder falsche Briefe im Namen der Polizei verschickt
Diesmal werden die Empfänger zu Einvernahmen auf Grund von Telefonüberwachungen gebeten. Unbekannter Täter ist seit 2001 "aktiv".

Foto © PolizeiAusschnitt aus dem Schreiben
In der Steiermark kursieren wieder fingierte
Vorladungen zur Bundespolizeidirektion Graz, wie sie seit 2001 immer
wieder aufgetaucht sind. Diesmal wurden laut Bundespolizeidirektion
Graz bisher rund zehn Empfänger namens der "Kriminal- und
Sicherheitspolizeilichen Abteilung" davon unterrichtet, dass gegen
sie Ermittlungen laufen würden. Deren Gegenstand sei, dass die
Briefempfänger bei Telefonüberprüfungen u.a. als "in unmittelbarer
örtlicher und zeitlicher Nähe" zu Fällen von Diebstahl und
Sachbeschädigung gewesen seien.
Vorladung erhalten.
Am Mittwoch meldeten sich bei der Bundespolizeidirektion mehrere
Personen, die eine Vorladung zur Bundespolizeidirektion Graz erhalten
hatten. In der Ladung wurden die Personen darauf hingewiesen, dass
"gemäß § 102 des Telekommunikationsgesetzes Ermittlungen" gegen sie
geführt würden und daher ihre Einvernahme notwendig sei. Die Personen
wurden daher für den 2. Juli um 8.00 Uhr in das Polizeihauptquartier
in der Paulustorgasse 8 vorgeladen.
Sachbearbeiter unbekannt.
Die Schreiben seien fingiert, da es keine solchen Ermittlungen
gebe, der Sachbearbeiter unbekannt sei und lediglich die angegebene
Nebenstelle tatsächlich der Sicherheits- und Kriminalpolizeilichen
Abteilung zuzuordnen sei, so die Exekutive.
Täter mit Geschichtskenntnis.
Der oder die Verfasser dieser stets ähnlich gelagerten Schreiben
geht bei seinen Aktionen immer raffiniert vor: Die Inhalte der Briefe
beziehen sich auf aktuelle Themen wie Globalisierung, Asyl, Ausländer
oder Datenschutz. Der Täter beweist dabei Geschichtskenntnis und
stellt Verbindungen zum Faschismus und zur Zwischenkriegszeit her: So
heißt z.B. der Sachbearbeiter in den fingierten Briefen Richard
Steidle, wie der bekannte Austrofaschist und Tiroler Heimwehrführer.
Features
Bitte melden
Personen, die eine derartige Ladung bekommen haben, mögen sich an den Journal-
dienst des Kriminalreferates der BPD Graz, Tel.: 059133/65-3333, wenden.

















