Ab Juli versucht sich ein neuer Wirt auf der Murinsel
Es ist schon der dritte "Kapitän" - und nicht die erste Neuerung bei Kunstwerken von "Graz 03".

Foto © APAMurinsel soll eine "Insel der Seligen" werden
Der Kurs ist programmiert, die Besatzung startbereit - und am 1. Juli erfolgt das "Leinen los!": Denn an diesem Tag übernimmt Herwig Hofstätter als neuer Wirt das Kommando auf der Murinsel. Der 45-Jährige Grazer gewann das Rennen um die prominente, wenn auch ein wenig trudelnde Attraktion aus dem Kulturstadtjahr 2003.
Eiland. Denn zum einen wird das Eiland nach wie vor eher von Touristen als von Einheimischen gestürmt. Und zum anderen entschied sich nach Arthur Sorger kürzlich auch "aiola"-Wirt Gerald Schwarz, den Kapitäns-Hut zu nehmen (wir berichteten). Im Rennen um die Nachfolge setzte sich nun Hofstätter gegen die Mitbewerber durch, unter denen sich dem Vernehmen nach kein ganz großer Grazer Gastronom befand. "Herr Hofstätter hatte das beste Angebot", so der Grazer Stadtrat Wolfgang Riedler, der die Insel wieder als "Begegnungsstätte" etablieren will.
Veranstaltungen. "Ich will daraus eine Insel der Seligen machen", setzt Hofstätter, der derzeit auch ein Cafe im Bezirk Andritz führt, nach. Dabei sollen auch niveauvolle Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit Kulturinstituten behilflich sein. Zudem wird das Cafe ab 25. Juni generalsaniert. "Künftig gibt es mehr Grünpflanzen. Und wir werden das Lokal beduften, das ist gerade ein großer Trend."
Veränderung. Der Wechsel an der Insel-Brücke ist jedenfalls nicht die erste Veränderung rund um die "Graz 03"-Kunstwerke: Der Uhrturmschatten ist längst in Seiersberg, der Marienlift auf dem Sprung nach Hartberg und die "Gespiegelte Stadt" fristet vorerst in einem Lager in Deutschfeistritz ihr Dasein (siehe Infobox rechts). Die Murinsel selbst liegt noch zumindest bis 2012 in Graz vor Anker. Ab Juli mit neuem Kapitän.
Features
Was blieb von Graz 03?
Uhrturmschatten: Die Betreiber der Shoppingcity Seiersberg hatten sich die beliebte "Kopie" via Sponsoring-Paket gesichert. Als man den Schatten spät, aber doch in Graz behalten wollte, sagten die Seiers-
berger Ja - sofern Graz die Haftung für Schäden übernimmt. Dem Nein im Grazer Rathaus folgte 2004 der Umzug nach Seiersberg.
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Was blieb von Graz 03?
Gespiegelte Stadt: Ein britischer Kunstsammler kaufte die Spiegel - bezahlte aber statt 30.000 Euro nur ein Drittel, worauf hin er von der 03-GmbH geklagt wurde. 2006 gab es einen Vergleich: Der Restbetrag muss erst binnen zwei Jahren gezahlt werden. Wo die Spiegel in all der Zeit geblieben sind? In einem Lager in Deutschfeistritz.
Was blieb von Graz 03?
Marienlift: Der Abbau des Kunstwerks von Richard Kriesche wurde bis Herbst 2007 verschoben. Danach wandert der um 40.000 Euro verkaufte Lift in den Ökopark Hartberg.
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