Anrainer blockieren Hochwasserschutz in Graz
Starke Regenfälle überfluteten in Graz und Umgebung zahlreiche Keller. Die Maßnahmen gegen den Hochwasserschutz laufen hingegen nur schleppend an.

Foto © APAAnrainer wollen ihren Grund für Hochwasserschutzmaßnahmen nicht hergeben
Wir stießen personell an unsere Grenzen", schildert Dieter Pilat, Dienstoffizier bei der Grazer Berufsfeuerwehr, die Arbeiten in der Nacht auf Dienstag. Die heftigen Regenfälle überfluteten Keller und Liftschächte vor allem in den Bezirken St. Peter und Liebenau; auch die Gemeinde Judendorf-Straß-engel stand teils unter Wasser. 56 Einsätze in drei Stunden hatten die Florianijünger zu bewältigen.
Starke Regenfälle. In Graz-Andritz wurden ob der starken Regenfälle Erinnerungen an das Hochwasserjahr 2005 wach. Der Bezirk war damals einer der am stärksten betroffenen, die seitens der Stadt angekündigten Sofortmaßnahmen zum Hochwasserschutz etwa des Schöckelbaches blieben aus. "Die Bäche haben gezeigt, dass mit ihnen auch heuer zu rechnen ist", wandte sich ein besorgter Anrainer an die Kleine Zeitung. Laut Feuerwehr ist der Schöckelbach am Montagabend binnen kürzester Zeit um 40 Zentimeter angestiegen. Im Jahr 2005 waren es allerdings zwei Meter.
Stecksystem. Im Büro des zuständigen Stadtrates Gerhard Rüsch verweist man auf das kürzlich installierte Stecksystem als provisorische Maßnahme. "Bei den Grundstücksablösen für die Rückhaltebecken sind wir in Endverhandlungen. Das braucht eine Vorlaufzeit", heißt es. Konkret gebe es zwei Anrainer, die ihre Wiesen nicht "opfern" wollen. Probleme, wie sie den Planern der Schutzbauten auch im Amt der Landesregierung bekannt sind. "Das läuft meistens nach dem Florianiprinzip: Hochwasserschutz befürworten zwar alle, aber den eigenen Grund will dafür keiner hergeben", sagt Rudolf Hornich, Leiter der Fachabteilung für Schutzwasserwirtschaft des Landes. Bei fast allen derartigen Projekten im Land habe man es mit widerspenstigen Grundeigentümern zu tun. "Das ist der Hauptknackpunkt bei der Umsetzung und so verzögern sich oft die dringend nötigen Projekte immer wieder."
Mittel aufgestockt.
Rechtlich könne man gegen die Grundeigentümer wenig ausrichten. "Enteignungen, wie sie im Straßenbau vorkommen, werden uns nur in seltenen Fällen genehmigt", so Hornich. Dabei hätten die Hochwasser von 2005 vor Augen geführt, wie dringend vielerorts an Dämmen und Rückhaltebecken gearbeitet werden müsse. Bund und Land Steiermark haben nach diesen Erfahrungen dafür die Mittel von jährlich 13 Millionen Euro auf immerhin 22 Millionen aufgestockt.
















