Steiermark strebt gebührenfreie Müllentsorgung ab 2015 an
Abfallwirtschaft soll noch mehr Geld aus weggeworfenen Ressourcen lukrieren. 2006 gab es Müllzunahme um rund 13 Prozent.

Foto © ReutersDeponieressourcen werden knapp
Die Menschen in der Steiermark haben 2006 und wie schon in den Jahren zuvor abermals mehr Müll produziert: 65.000 Tonnen mehr Abfall als noch 2005 wurde entsorgt. Die steirische Abfallwirtschaft will in Zukunft noch mehr Geld aus der Ressource "Müll" schöpfen und so ein gebührenfreies Entsorgen bis 2015 möglich machen, erklärte Umweltlandesrat Johann Seitinger (V) am Donnerstag in Graz.
Müll. Die steirische Abfallwirtschaft will in den kommenden Jahren noch mehr Ressourcen aus dem Müll der Bevölkerung schöpfen. Seitinger rechnete vor, dass die Energie aus dem Restmüll, den Altreifen und den weggeworfenen Kunststoffen des vergangenen Jahres insgesamt rund 75 Millionen Liter Heizöl entspricht. Während eine Tonne richtig sortierter Kabelschrott etwa 1.600 Euro an Wert hat, könne dieselbe fälschlicherweise im Restmüll entsorgte Menge rund 150 Euro an Kosten verursachen, so der Landesrat.
Gebührenfrei. Eine der Ziele der steirischen Abfallwirtschaft sei ein gebührenfreies Entsorgen. Dies sei bis 2015 möglich, wenn es gelinge noch mehr Geld aus den Altstoffen zu schöpfen, sagte Seitinger. Eine noch bessere Nutzung des Mülls sei insofern notwendig, da die Deponieressourcen ebenfalls bis 2015 zu Ende gehen würden. Auch die Bevölkerung sei aufgerufen, die Abfälle noch besser zu trennen.
Abfallbilanz. Laut "Abfallbilanz 2006" wurden im vergangenen Jahr in der Steiermark rund 566.000 Tonnen Müll gesammelt. Die Zunahme von rund 13 Prozent im Vergleich zu 2005 sei ein "Indikator des Wirtschaftswachstums". Für ungewöhnlich hielt Seitinger den nach wie vor starken Anstieg des Papierverbrauchs: So wurden im vergangenen Jahr rund 94.445 Tonnen Altpapier (2005: 90.507 Tonnen) abgegeben. Das entspricht einem Plus von 4,4 Prozent, was "in Zeiten des Telekommunikationszeitalters" beachtlich sei.
















