Profi macht Fehler wie ein Anfänger
Prozess: Vielfach vorbestrafter Autoknacker ließ Zigarettenstummel am Tatort zurück.
Ende des Vorjahres hat im Süden von Graz ein Autoknacker zugeschlagen: Innerhalb weniger Nächte wurden 38 Autos aufgebrochen und alles Mögliche daraus gestohlen. Eine wertvolle Handtasche samt mehrerer Lippenstifte zum Beispiel, ein Kaschmirschal, ein Weißgoldkollier, Zuckerl, Geld, Badeöl, E-Card und so weiter. Die Handschrift des Täters war immer die Gleiche: Ein Heckfenster wurde aufgezwängt oder eingeschlagen und dann die Türe geöffnet.
Zigarettenkippe. "Ihr Verhängnis war, dass Sie in einem Auto eine Zigarettenkippe zurückgelassen haben. Mit Hilfe der DNA-Analyse konnten wir Sie identifizieren", stellt Richter Erik Nauta im Straflandesgericht Graz fest. Vergleichsspuren in der Datenbank gibt es zur Genüge, dieser 37-jährige Grazer hat mit vielen Vorstrafen schon eine beachtliche kriminelle Karriere hinter sich. "Trotzdem waren diese Einbrüche sehr dilettantisch", bemerkt sein Anwalt. Welcher gewiefte Einbrecher lässt heutzutage eine Zigarettenkippe am Tatort zurück?
Freundin. Zur Freundin haben Sie gesagt, dass Sie in der Nacht Schnee räumen gehen. Im vergangenen Dezember hat es überhaupt nicht geschneit", macht ihn der Richter auf eine dumme Lüge aufmerksam. "Als Sie verhaftet wurden, wollten Sie noch rasch einen Brief wegwerfen. Erklären Sie mir bitte: Warum stehlen Sie einen Brief!?", staunt der Richter. "Weil ich neugierig bin." - "Und was haben Sie mit dem Weißgoldkollier gemacht?" - "Das hat meine Freundin zu Weihnachten bekommen."
Rückfallsdieb. "Sonderangebote haben wir keine zu vergeben", bemerkt der Richter und verdonnert den Rückfallsdieb zu vier Jahren Haft. Nur sechs Einbrüche konnten ihm nachgewiesen werden. Routiniert wird mit Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung gekontert.

















