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Zuletzt aktualisiert: 16.05.2007 um 13:42 Uhr

An Med Uni Graz wird "bioinformatisches Google" aufgebaut

Datenbank mit DNA-Informationen über bestimmte Antigene, die bei Knochenmark- oder Nierentransplantationen entscheidend sind, ist für alle frei zugänglich.

Foto © ncbi.nlm.nih.gov

Ob ein Organ bei einer Transplantation abgestoßen oder akzeptiert wird, hängt auch von so genannten Human Leucocyte Antigenen (HLA) ab. Wolfgang Helmberg von der Medizinischen Universität Graz war vier Jahre lang für den Aufbau einer Sequenzdatenbank im amerikanischen National Center of Biotechnology (NCBI) verantwortlich, in der alle weltweit verfügbaren DNA-Daten über diese HLA gespeichert sind. Seit seiner Rückkehr an die Med Uni betreut er das Projekt von Graz aus.

System. "Das NCBI ist das weltweit größte System und für jedermann völlig frei zugängig - eine Art bioinformatisches Google", erklärte Helmberg in einer Aussendung der Med Uni. Im Grunde gehe es darum, wie man alle DNA-Typisierungsergebnisse routinemäßig zusammenführen kann. Diese DNA-Analysen spielen vor allem bei Knochenmark- oder Nierentransplantationen eine wichtige Rolle. Bestimmte HLA-Moleküle - nämlich die der Klasse 1 und Klasse 2 - sind entscheidend für das Immunsystem, ob ein Spenderorgan abgestoßen oder akzeptiert wird.

Immunsystem. "Unser Immunsystem ist sehr heterogen aufgebaut, um uns vor den verschiedensten Varianten eines Erregers zu schützen." Dies würde bei einer Transplantation eine aufwendige Analyse bedeuten: "Theoretisch ergeben sich ca. 800 x 800 x 450 x 450 x 250 x 250 x 450 x 450 Variantenmöglichkeiten", berichtete Helmberg. Für den erfolgreichen Heilungsverlauf ist die richtige Auswahl notwendig - dafür greifen weltweit Institute auf die Datenbank zu: Rund 300 Logins täglich werden laut Hochschule verzeichnet.

Blutgruppen. Helmberg wurde vom NCBI aber auch mit der weltweiten Erfassung aller genetischen Informationen von Blutgruppen betraut. Ziel des Projekts sei es, alle Informationen auf einen einheitlichen Standard zu bringen und einen weltweiten Wissensstandard herzustellen. "Die Herausforderungen reichen von einer regional unterschiedlichen Nomenklatur bis zur Blutgruppe, die genetisch noch nicht eindeutig definiert ist", berichtete der Grazer Experte.


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