Alkoholverbot für Grazer Mondscheingasse
Graz will Brucker Beispiel folgen und in beliebter Ausgeh-Straße Alkoholverbot verhängen. Bruck macht seit drei Jahren gute Erfahrungen.

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Salzburg und Bruck haben es bereits, Wien will es, Graz zum Teil ebenso: ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum zwischen 22 und 6 Uhr. Nach jahrelangen Anrainer-Protesten bringt VP-Stadtrat Werner Miedl diese Forderung für die Mondscheingasse, eine beliebte Grazer Ausgeh-Straße, nächste Woche in den Stadtsenat ein. "Meine Appelle an die beiden Lokale vor Ort sind bisher leider ungehört verhallt, jetzt müssen wir Taten setzen", so Miedl.
Anrainer.
Die Anrainer klagen vor allem über Lärmbelästigung durch jugendliche Besucher, die sich vor den Lokalen unterhalten. Zusätzlich säumen in den Morgenstunden an Wochenenden unzählige Glasscherben die Straße.
Diese Zustände will Miedl mit dem Alkoholverbot abstellen. Und der laut Landessicherheitsgesetz vorgesehene Strafrahmen von bis zu 2000 Euro könnte hier abschreckende Wirkung haben. Ob Miedl im Stadtsenat dafür allerdings eine Mehrheit bekommt, ist fraglich. Die SPÖ spricht lediglich von einem Verdrängungseffekt und wird dem Stück nicht zustimmen, wie Sicherheitssprecher Klaus Eichberger erklärt. Die KPÖ verschließt sich vorerst nicht, will sich aber erst die Details anschauen, bevor sie über ein Ja zum Alkoholverbot entscheidet, so Stadträtin Elke Kahr.
Erfahrungen.
In Bruck jedenfalls macht die SP gute Erfahrungen mit einem Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen. Vor drei Jahren hat SP-Bürgermeister Bernd Rosenberger ein solches für neuralgische Punkte erlassen: "Es hat sich bewährt. Der Vandalismus ist zurückgegangen, es liegen viel weniger Glasscherben herum."
Lärmbelädtigung.
Das Problem in der Mondscheingasse ist für alle Parteien virulent. Zwischen September 2006 und Februar 2007 musste die Polizei 58 mal in die Gasse ausrücken. "Oft war es wegen Lärmbelästigung, manchmal ging es aber auch um Körperverletzung", weiß Kurt Kemeter, Brigadier beim Stadtpolizeikommando. Er sichert zu, dass die Polizei das Alk-Verbot überwachen würde, bis die Grazer Ordnungswache - ein Beamtentrupp, der Verwaltungsstrafen aussprechen darf und noch vor dem Sommer kommen soll - das übernehmen kann.
Features
Alkoholverbot
Ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum gibt es in mehreren österreichischen Städten, jüngst hat es Salzburg für den Rudolfskai eingeführt. In Bruck ist bereits seit drei Jahren der Genuss von Alkohol am Hauptplatz, in der Fußgängerzone, am Schlossberg und auf Kinderspielplätzen verboten. In Graz soll ein solches Verbot für die Mondscheingasse ausgesprochen werden, um die Lärmbelästigung für Anrainer zu reduzieren.















