Pilotprojekt "Mundhygiene in der Pflege" gestartet
Mobile Prophylaxe-Teams schulen in der Steiermark Personal und Senioren in richtiger Zahnreinigung.
Richtige Mundhygiene wirkt nicht nur Zahnschmerzen entgegen, sondern auch möglichen Langzeitfolgen. "Drei Mal täglich Zähne putzen" bekommen schon die Kleinsten zu hören. Ältere Menschen sind dazu aber oft nicht mehr in der Lage. Im Rahmen des zweijährigen Pilotprojekts "Mundhygiene in der Pflege" vom Land Steiermark, der Volkshilfe und der Grazer Universitätszahnklinik schulen nun mobile Teams Personal und Bewohner von Volkshilfe-Seniorenzentren in richtiger Zahnpflege.
Schmerzen. "Zahnschmerzen können auch Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Das wollen wir Senioren und Pflegepersonal bewusst machen und sie bei der Zahnhygiene unterstützen", erklärte Sozialreferent Kurt Flecker (S) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Graz. Mobile Teams der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde werden nun in vorerst acht Volkshilfe-Seniorenzentren das Pflegepersonal in der richtigen Mundreinigung der Senioren schulen und unterstützen sowie 500 freiwilligen Bewohnern zeigen, wie man selbst "die Bürste anlegt". Die Teams führen zusätzlich zwei Mal im Jahr eine professionelle Mundhygiene durch.
Projekt. Das Projekt ist das erste derartige in Österreich, berichtete Gerwin Arnetzl von der Grazer Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Ähnliche Modelle in der Schweiz und Deutschland hätten u. a. gezeigt, dass bei 70 Prozent der Betroffenen weniger Zähne entfernt werden mussten. Der Projektstart erfolgte diese Woche im Seniorenzentrum Graz-Wetzelsdorf. Nach zwei Jahren - für die man rund 250.000 Euro einkalkuliert hat - soll ein umfassender Bericht Aufschluss über das Projekt geben, so Volkshilfe-Geschäftsführer Franz Ferner. Vom Land kommen insgesamt 160.000 Euro an Förderungen, etwa 83.000 Euro von Sponsoren.
















