Schulstreit ohne Pause
Was passiert mit der alten VS Mariagrün? Seit knapp zwei Jahren kommen die Stadt Graz und Wirtschaftsprüfer Kleiner auf keinen grünen Zweig.

Foto © KLZ/SCHERIAU 2014 verlässt die VS die Mariagrüner Straße. Folgt eine bilinguale Ganztagsschule?
In einem Mathematikbuch würde sich die Causa wie folgt lesen: "Herr Kleiner kauft der Stadt Graz das alte Schulhaus ab. Um eine Million Euro. Betreibt er dort nach fünf Jahren keine neue Schule, muss Kleiner weitere 300.000 Euro zahlen. Wie viel müsste er insgesamt bezahlen?"
Im echten Leben ist die Sache komplizierter - und mit Emotionen gespickt: Denn bei der Frage, was mit dem derzeitigen Standort der VS Mariagrün passieren soll, geht es längst auch um persönliche Befindlichkeiten.
Der bekannte Grazer Wirtschaftsprüfer Fritz Kleiner ließ 2011 aufhorchen: Da die Schule Mariagrün bis 2014 in die Schönbrunngasse übersiedelt, möchte er das alte Gebäude übernehmen und - über einen Verein - als bilinguale Ganztagsschule führen.
Geht klar, so Finanzreferent Gerhard Rüsch (VP) - um eine Million Euro plus möglicher "Pönale" von 300.000 Euro. "So eine Schule ist im öffentlichen Interesse", meinte Rüsch im März 2012. Den Vertrag dazu gibt es - allein, die Unterschriften fehlen: "Ich kaufe ja nicht etwas, das ich nicht verändern darf", so Kleiner. Denn im jüngsten Schreiben der Stadtplanung schaut es für sein Projekt schlecht aus: Die Baudichte wäre zu hoch, eine Überschreitung etwa nur bei einer Versorgung durch öffentliche Einrichtungen möglich. "Da es sich um eine Privatschule handelt, kann kein öffentliches Interesse konstruiert werden", heißt es.
Kleiner ist empört: "Welche Kompetenz hat die Stadtplanung, dies festzustellen?!" Er hoffe, die Stadt ist bereit, "ein Bildungsprojekt durch eine rechtlich vorgesehene Erhöhung der Baudichte aus öffentlichem Interesse um den Faktor 0,2 zu realisieren".
Thomas Rajakovics, Sprecher von Bürgermeister Siegfried Nagl, erwidert: Die Stadtplanung bewerte nicht das Bildungsangebot. "Nur die Baudichte. Und aufgrund dieser war kein Ausbau drin, das ist ja gerade der Grund, warum die Schule siedeln muss. Unsere Experten schwimmen auch nicht auf der Nudelsuppe."















