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Zuletzt aktualisiert: 21.01.2013 um 22:03 UhrKommentare

Neue Nummer 1 am Stadtrand

Judendorf-Straßengel und Nachbarn ab 2015 größte GU-Gemeinde. Und: Pirka muss zu Seiersberg gehen.

Judendorf soll mit Umgebung zur größten GU-Gemeinde verschmelzen

Foto © FuchsJudendorf soll mit Umgebung zur größten GU-Gemeinde verschmelzen

D ie Landesspitze fegte die letzten Zweifel hinweg: Graz-Umgebung muss sehr wohl seinen Beitrag zur neuen Gemeindestrukturreform leisten. 36 statt 57 Kommunen lautet die Kurzformel der Reformpartner. Auch die Bezirksgrenzen verschieben sich: Tyrnau und Tulwitz gehen zu Fladnitz (Weiz), indes kommt Petersdorf II (Südoststeiermark) zu St. Marein nach GU. Vom Tisch ist "Neu-Graz" (Stichwort Eingemeindung) - laut LH Franz Voves ist ein "Sonderverband" geplant (siehe rechts). Für mehr Aufregung sorgen freilich Fusionen im "Speckgürtel": Seiersberg und Pirka müssen fusionieren.

Werner Baumann, seit März 2012 Bürgermeister von Seiersberg, hätte kein Problem damit: "Wir haben immer nur gesagt, mit Graz nicht." Die Verhandlungen mit Pirka seien auch gut gelaufen, bis die Gespräche vonseiten Pirkas abgebrochen wurden. "Wir sind weiter für alles offen", so Baumann, auch "für eine Grenzberichtigung mit Attendorf, wie sie von einem Teil der Bürger gewünscht wird."

Für einen Paukenschlag sorgen die Reformpartner jedenfalls nördlich von Graz. Denn mit dem Fusionsauftrag an Judendorf-Straßengel, Gratwein, Eisbach und Gschnaidt entstünde mit 12.378 Einwohnern die größte Gemeinde in GU. Verhaltene Zustimmung kommt von Harald Mulle (Judendorf-Straßengel) und Gerald Murlasits (Gratwein). Für Murlasits könnte diese neue Größe sogar einen gewissen Gegenpol zu Graz bedeuten: "Vielleicht wollen andere Gemeinden noch dazukommen." Doch Max Höfer, Bürgermeister von Gschnaidt, dem die Bürger per Volksabstimmung im Dezember den Auftrag gaben, eigenständig zu bleiben, möchte die Fusion nicht hinnehmen: "Das ist das Schlechteste für uns. Die Bevölkerung ist dagegen." Er kündigt Widerstand an.

Kein Geheimnis über seinen Ärger über die von den Landesspitzen verordnete Fusion mit Grambach macht Raabas Bürgermeister Josef Gangl: "Wir haben seit dem Vorjahr einen Gemeinderatsbeschluss, dass wir eigenständig bleiben wollen. Und jetzt teilt man uns kurzerhand mit, was man vorhat. Wir haben es erst am Sonntag erfahren." Er werde mit LH Voves ein ernstes Gespräch führen. Ob er der Gemeindeinitiative folgt, die "allen Bürgermeistern empfiehlt, eine Zwangsfusion jedenfalls vor den Verfassungsgerichtshof zu bringen", lässt Gangl offen.

Und wie geht es jenen, die eigenständig bleiben? Etwas anderes als das Beibehalten der Eigenständigkeit wäre für Bürgermeister Franz Macher aus Gössendorf ohnehin nicht infrage gekommen. Und die geforderte Kooperation in gewissen Bereichen mit Graz? "Das praktizieren die GU-Süd-Gemeinden seit vielen Jahren, etwa beim öffentlichen Verkehr", meint Macher. Mit Graz komme man etwa wegen der Großkläranlage ohnehin nicht um eine Zusammenarbeit herum.

H. ANDREJ, H. BAST, K. HÖFLER, T. ROSSACHER

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