Harsch vertriebene Harmlosigkeit
Die Musikvereins-Gäste und sein Orchester feierten den Graz-Heimkehrer Fabio Luisi.

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GRAZ. Jeweils mit Symphonien von Franz Schubert und Anton Bruckner im Gepäck beehren heuer die Wiener Symphoniker und die Wiener Philharmoniker den Musikverein für Steiermark. Bei seiner letzten Österreich-Tournee als Chefdirigent der Symphoniker unterstrich Fabio Luisi die Sinnfälligkeit dieser Kombination. Im zwei Mal ausverkauften Stephaniensaal konzentrierte er sich bei der nur für Graz einstudierten fünften Symphonie von Schubert kaum auf deren Grazie und schwerelose Heiterkeit, vermied er jeden Anschein von Harmlosigkeit. Die düstere Bedeutung der Tonart g-Moll im an Mozart gemahnenden Menuett harsch unterstreichend und damit dessen eigentlichen Scherzo-Charakter betonend, zeigte er mit mächtig aufgetürmten Tutti-Ausbrüchen und expressiv aufgeladener Innenspannung Schubert sowohl als Nachfolger der Wiener Klassik als auch als Vorfahre Anton Bruckners.
Dessen siebente Symphonie hatte Luisi anno 1994 am Pult des Grazer Symphonischen Orchesters mit jugendlichem Ungestüm durcheilt. Jetzt ging der Dirigent, der morgen seinen 54. Geburtstag feiert, mit den engagiert, aber nicht lupenrein musizierenden Wiener Symphonikern etwas gemessener und effektbewusster ans Werk: Den damals ausgesparten ominösen Beckenschlag auf dem C-Dur-Höhepunkt des Adagios ließ er sich diesmal nicht entgehen.
Wie ein später Schubert klang bisweilen Luisis Lesart der E-Dur-Symphonie, die melodische Kantabilität und einen Hauch von Resignation in den Vordergrund stellte. Mit souverän disponierten Steigerungsverläufen und sicherem Gefühl für Dimensionen und Proportionen wahrte Luisi die perfekte Balance zwischen großer Klanggeste und kammermusikalischer Durchleuchtung. ERNST NAREDI-RAINER
Radio Steiermark: 27. Jänner, 20.04 Uhr.














