Leiche weg: Einäscherung abgesagt
Eine Grazerin sollte am Dienstag eingeäschert werden. Aber der Sarg war leer. Die Leiche wurde irrtümlich nach Zagreb gebracht - und niemand weiß, wann sie zurückgebracht werden kann. Denn das erfordert aufwendige Formalitäten.

Foto © HOFFMANNBestatter "Pius“ holte die Tote auf der Gerichtsmedizin (links) ab. Jetzt liegt die Leiche in Zagreb
Der Termin für die Einäscherung stand bereits fest: Dienstag, 12.30 Uhr, Feuerhalle Graz. Doch der geschmückte Sarg blieb leer. Keine Spur von der Leiche, wie Gerald Pichler, Konzernsprecher der Graz-Holding, bestätigt. Es stellte sich heraus, dass die Tote irrtümlich nach Zagreb gebracht wurde.
Das Bestattungsunternehmen der Graz-Holding hätte die Verabschiedung und Einäscherung organisieren und durchführen sollen. Den Auftrag hatte das Unternehmen von der Schwester der Verstorbenen bekommen. Doch zu diesem Zeitpunkt lag die Leiche im Kühlraum des privaten Grazer Bestattungsunternehmens "Pius".
"Pius" hatte Claudia P. (50), die am 30. Dezember 2012 in ihrer Grazer Wohnung tot aufgefunden wurde, auf die Grazer Gerichtsmedizin gebracht und am 2. Jänner 2013 wieder abgeholt. Am selben Tag zur selben Zeit mit dem selben Fahrzeug wurde auch die Leiche des Kroaten Josip L. vom gerichtsmedizinischen Institut zur Bestattung "Pius" transportiertt. Das bestätigt Peter Leinzinger, Chef der Grazer Gerichtsmedizin.
Es sei üblich, dass jenes Bestattungsunternehmen die Leiche von der Gerichtsmedizin abholt, das sie auch dorthin gebracht hat, behauptet ein Sprecher von "Pius", der nicht namentlich genannt werden möchte. Ein kroatisches Bestattungsunternehmen sollte Josip L. nach Zagreb überführen. Beim Einladen habe man die "falsche Leiche erwischt", so der Sprecher. "Unfassbar", aber die Schuld liege beim kroatischen Fahrer - und bei einem jungen Angestellten, den es bei "Pius" seither nicht mehr gebe. Die beiden hätten auf den Fußzettel schauen müssen, als sie den Leichnam aus der Kühlbox nahmen.
"Pius" hätte die Leiche der Frau bereits am 10. Jänner in die Feuerhalle bringen sollen. Als sie Montag immer noch nicht da war, habe die Grazer Bestattung, so Pichler, Recherchen angestellt - und von der Verwechslung erfahren. Jetzt liegt der Leichnam von Claudia P. in Zagreb - und niemand weiß, wann er zurückgebracht werden kann. Denn das erfordert aufwendige Formalitäten.














