Sie halten auch heute die Stellung
Während die meisten den Heiligen Abend bei ihren Familien verbringen, bedeutet er für viele Steirer auch Arbeit, beruflich wie auch freiwillig. Wir stellen fünf dieser Weihnachtsengel vor.

Foto © JÜRGEN FUCHS Ulrike Silberschneider arbeitet seit sieben Jahren im VintiTel
Sie hilft heute so manchem "Christkinderl" auf die Welt
Seit etwa einem Jahr arbeitet Ramona Walitsch als Hebamme an der Grazer Uniklinik. Auch heute ist sie im Einsatz und wird dem einen oder anderen "Christkinderl" auf die Welt helfen. "Es ist ein schönes Gefühl, dabei zu sein, wie eine Familie entsteht." Der heutige Heilige Abend ist auch für die Leibnitzerin etwas Besonderes, arbeitet sie doch zum ersten Mal zu Weihnachten und ist selbst nicht bei ihrer Familie. Doch das stört sie nicht: "Es ist ein besonderes Flair, zu Weihnachten zu arbeiten. Man wird belohnt, wenn die Mütter das erste Mal ihr Baby halten. Man ist glücklich, bei solch einem intimen Moment dabei zu sein und zu wissen, die Familie gestärkt zu haben." Da fällt es der 29-Jährigen auch nicht schwer, ihr eigenes Weihnachtsfest um einen Tag zu verschieben.
Ihr sind familienähnliche Weihnachten wichtig
"Es ist ein Tag außerhalb der Norm. Aber ein schöner und vor allem ein emotionaler Tag", betont Ruth Tesselaar (57) vom Grazer Frauenhaus, die seit 15 Jahren dort arbeitet - auch am Heiligen Abend. Weihnachtliche Dekoration und ein Christbaum im Aufenthaltsraum sorgen für festliches Ambiente. "Wir versuchen, Normalität einkehren zu lassen." So können die kleinen Bewohner einen Brief ans Christkind schreiben, das ihnen ein Wunschgeschenk unter den Baum legt. Ausgeteilt werden die Packerl dann von einem kleinen "Weihnachtsengerl" des Hauses. Die Geschenke sind wie auch der Baum Spenden, die ein "familienähnliches Weihnachtsfest" ermöglichen, mit dem auch Freude geschenkt werden soll.
Wenn's brennt, ist er zur Stelle
24 Stunden - von 7.30 Uhr bis 7.30 Uhr - dauert Reinhard Raths (55) Dienst als Hauptwachkommandant in der Feuerwehrzentrale auf dem Grazer Lendplatz. 15 Mal hat er in seiner 33-jährigen Laufbahn den Heiligen Abend schon in Uniform verbracht - "und es ist immer etwas emotionaler als sonst", sagt Rath. Die Christbaumbrände seien zwar nicht mehr so häufig, zu tun gebe es aber genug. Wenn er im Feuerwehrauto durch die Stadt fährt, beobachtet er gern die Menschen auf der Straße. "Oft sieht man Väter mit ihren Kindern spazieren, um die Zeit bis zur Bescherung zu überbrücken." Am Abend gibt es auch bei der Feuerwehr eine kleine Feier. "Der jüngste Kollege darf immer ein Gedicht aufsagen", lacht der Grazer.
Sie sorgt dafür, dass Kranke und Verletzte schnelle Hilfe bekommen
"Jetzt bin einmal ich an der Reihe", dachte sich Pamina Nakolnig (25) aus Lieboch, als sie sich freiwillig für den Kommandodienst am 24. Dezember meldete. Seit sieben Jahren arbeitet sie schon ehrenamtlich für das Rote Kreuz, heute erstmals auch am Heiligen Abend. "Das ist schon was Besonderes, man hat das Gefühl, was Gutes zu tun", sagt die Studentin. Wenn es die Zeit erlaubt, wird auch im Dienst ein wenig Weihnachten gefeiert, werden Lieder gesungen. Die Familie kommt aber nicht zu kurz, am Christ- und Stefanitag stehen die Verwandtenbesuche an.
Wohnungslosen ermöglicht sie ein schönes Fest
"Es ist eine schöne Feier, sie ist natürlich ganz anders als eine Familienfeier", erzählt Ulrike Silberschneider. Das VinziTel, in dem die 28-Jährige seit sieben Jahren arbeitet, ist eine Notschlafstelle mit Hotelcharakter der Vinzenzgemeinschaft. Am heutigen Heiligen Abend kredenzen sie den Bewohnern ein selbst gemachtes, Drei-Gänge-Menü - bestehend aus Karottensuppe, Schweinsbraten mit Semmelknödel und Krautsalat sowie Topfennockerln. "Heute liest der Pfarrer das Weihnachtsevangelium und wir verteilen gespendete Geschenke." Die Grazerin verbringt den 24. seit vier Jahren im VinziTel: "Das ist mein Weihnachten. Es ist wichtig, dass jemand da ist für Leute, die keine Familie haben, zu der sie an diesem Tag gehen können."





















