Ein katastrophaler Schutz
Eine Studie kritisiert das Grazer Katastrophenschutzmanagement: zu viele Zuständige, zu wenig Informationsaustausch und Prävention.

Foto © KKJürgen Piller ist der Autor der Studie
Die Kernaussage der Studie lautet: Tritt ein Hochwasser ein, funktionieren die Aufräumungsarbeiten im Wesentlichen reibungslos. Aber das Ziel, ein Hochwasser überhaupt zu verhindern, wird zu wenig konsequent verfolgt.
Zu diesem Ergebnis kommt Jürgen Piller, der die Studie als Krisen- und Katastrophenmanager beim Grazer Uni-Professor Gerhard Grossmann als Diplomarbeit erstellt hat.
Die drei Hauptkritikpunkte sind: Erstens: Kompetenzwirrwarr beim Katastrophenschutz, der Informationsaustausch funktioniere schlecht. "Oft weiß der eine nicht, was der andere tut", so Piller.
Zweitens: Die Prävention wird nicht konsequent gelebt. "Das beginnt bei der Siedlungspolitik, da wurden in der Vergangenheit viele Fehler gemacht - siehe Andritz", sagt Studienautor Piller. Aber bis heute sei die Botschaft, dass Hochwasser-Prävention beim Flächenwidmungsplan beginne, nicht angekommen.
Drittens: Der Klimawandel stellt die Stadt vor neue Herausforderungen. Die Studie zeigt, dass beim Schöckelbach die durchschnittliche Niederschlagsmenge in den vergangenen 20 Jahren stark angestiegen ist. "Diese Erkenntnisse müssen in zukünftigen Hochwasserschutzmaßnahmen Berücksichtigung finden", heißt es in der Studie. Bisher geschehe das nicht in ausreichendem Ausmaß.
Im Rathaus will man die Schelte vorerst nicht kommentieren. Zuerst müsse man die Studie kennen, vorher könne man sich dazu nicht äußern, heißt es im Bürgermeisteramt. Ähnliches kommt von Feuerwehr-Chef Otto Meisenberger. "Natürlich werde ich allen Interessierten die Studie zur Verfügung stellen", so Piller. "Es geht ja um eine Verbesserung der Situation."















