Verrückte Perücken und ein bisschen Kritik
Der Berliner Elektropunk-Zirkus Bonaparte machte Station in Graz. Dass sich Bonaparte auf "Sorry We're Open" durchaus technologie-kritisch mit der Immer-Erreichbarkeit und des Lebens ohne Dienstschluss beschäftigen, ging im Konzert völlig unter.
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GRAZ. Man kann nur vermuten, was sich hinter den Kulissen eines Bonaparte-Konzerts abspielt: Vermutlich bewegt es sich zwischen der Aufgeregtheit einer avantgardistischen Modeschau und der Ausgelassenheit einer Faschingsparty auf dem Höhepunkt des Alkoholpegels. Die "Visual Trash Punk" Band Bonaparte ist berühmt für ihre exzessiven Auftritte mit lasziven Tänzerinnen, ausgefallenen Kostümen und ungestümer Haudrauf-Musik: Reizüberflutung in Reinkultur.
Nicht anders bei ihrer Show am Halloween-Abend im vollen p.p.c. (dorthin war das Konzert von der doppelt so großen Helmut-List-Halle verlegt worden): Zwiebelturm-Masken, Discokugel-Helme, Barock-Perücken, "haarige" Schulterpolster, Tier-Hauben, Pferdeköpfe und Roboterkostüme wechselten sich auf der Bühne im Drei-Minuten-Takt ab. Eine erfrischende Einlage war da das sportliche Aerobic-Intermezzo.
Dass sich Bonaparte auf "Sorry We're Open" durchaus technologie-kritisch mit der Immer-Erreichbarkeit und des Lebens ohne Dienstschluss beschäftigen, geht im Konzert völlig unter. Das allerdings mit Bomben und Granaten.



















