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Zuletzt aktualisiert: 19.10.2012 um 23:01 UhrKommentare

Konkurs spaltet die GAK-Familie

Norbert Scherbaum ist zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren Masseverwalter bei den Grazer Athletikern , am 30. Oktober folgt die Gläubigerversammlung. Harald Fischl bekämpft den Konkurs.

Foto © GEPA

Norbert Scherbaum ist seit Mitternacht der Chef des GAK. Wieder einmal. Es ist bereits die vierte "Amtsperiode" des Anwalts in der Funktion des Masseverwalters in der roten Klubgeschichte. Einen Kommentar zur Causa will Scherbaum - noch - nicht abgeben. Aber die Marschroute des GAK-Konkursverfahrens steht nach Angaben des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) fest: Gläubigerversammlung am 30. Oktober, Prüfungs- und Berichtstagsatzung am 18. Dezember. Gläubiger müssen bis 4. Dezember ihre Forderungen anmelden. Um den Traditionsklub mittelfristig auf sichere Pfade zu lenken, wird "rund eine Million Euro notwendig sein", schätzen Insolvenzrechtsexperten.

Zu Wort gemeldet hat sich auch das bei der GAK-Generalversammlung gebildete "Sanierungsgremium". Dieses will den Konkursantrag sogar vor Gericht anfechten. Denn GAK-Präsident Benedikt Bittmann sei seiner Auffassung nach gar nicht vertretungsbefugt, obwohl die Mitglieder seinen Rücktritt abgelehnt haben und er damit laut Statuten weiter Präsident ist. Ex-Präsident Harald Fischl stellt aber via Aussendung genau das infrage: "Die Generalversammlung hat den Beschluss gefasst, Walter Koleznik als vorübergehenden GAK-Vorsitzenden zu wählen." Besagter Koleznik bremst aber: "Das muss erst geprüft werden. Bevor ich nicht sicher bin, will ich dazu nichts sagen."

Bis diese Frage vor Gericht geklärt ist, hat Scherbaum das Sagen. Und der muss als Erstes prüfen, ob die laufenden Kosten (alleine der Personalaufwand beläuft sich auf 90.000 Euro monatlich) gedeckt sind und eine Fortführung des Vereins gesichert ist. Andernfalls wird er den Laden voraussichtlich schließen. Etwaige Finanzierungszusagen alleine helfen nicht, das Geld muss im Vorhinein hinterlegt werden.

Politik uneins

Unterdessen tobt in der Stadtpolitik erneut die Debatte, wie und ob der Verein noch zu retten ist. Dem Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl, bekennender "Roter", tut diese Pleite "als Fan sehr weh. Ich kann aber auch Bittmanns Schritt verstehen: Wenn dauernd Altlasten daherkommen, kann man nicht weitermachen." Soll der GAK begraben werden? Oder gerettet - mit Steuergeld? Diese Frage will Nagl nicht beantworten. Nur so viel: "Den Nachwuchs lassen wir nicht im Stich."

Christina Jahn von den Grünen, bekennender Sturm-Fan und im Fall GAK häufig mit Nagl uneins, plädiert für "einen Neustart von unten." Nach dieser Konkursserie und dem Pech, nicht aufgestiegen zu sein, müsse man einen Schlussstrich ziehen.

GEORG MICHL, THOMAS ROSSACHER

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