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Zuletzt aktualisiert: 15.10.2012 um 10:36 UhrKommentare

Richter setzt Anhörung zu umstrittenem Amazonas-Staudamm aus

Der Richter begründete seine Entscheidung damit, dass Ureinwohner und Fischer weiterhin eine der Baustellen besetzten. An der Anhörung sollten ursprünglich Vertreter des Konzerns und der Besetzer teilnehmen. Die steirische Andritz AG ist an dem Projekt beteiligt.

Die Ureinwohner protestieren gegen den Bau

Foto © Reuters Die Ureinwohner protestieren gegen den Bau

Ein brasilianischer Bundesrichter hat eine für Montag angesetzte Anhörung zum umstrittenen Staudamm von Belo Monte im Amazonasgebiet ausgesetzt. Wie der staatliche Baukonzern Norte Energia auf seiner Internetseite mitteilte, begründete der Richter Marcelo Honorato seine Entscheidung damit, dass Ureinwohner und Fischer weiterhin eine der Baustellen besetzten. An der Anhörung sollten ursprünglich Vertreter des Konzerns und der Besetzer teilnehmen.

Versprechen gebrochen

Die Besetzer werfen Norte Energia vor, im Juni während des UNO-Nachhaltigkeitsgipfels in Rio de Janeiro gegebene Versprechen noch immer nicht eingelöst zu haben. Damals hatte eine Gruppe von 150 Ureinwohnern drei Wochen lang dieselbe Baustelle besetzt, um die Markierung ihres Landes, die Ausweisung aller Nicht-Einheimischen aus ihrem Gebiet sowie die Verbesserung des Gesundheitssystems und der Wasserversorgung zu fordern.

Umweltschützer befürchten durch das Großprojekt am Xingu-Fluss, einem Zustrom des Amazonas, irreparable Schäden für das Ökosystem. Der Staudamm von Belo Monte, durch den der Xingu auf einer Fläche von 500 Quadratkilometern aufgestaut werden soll, ist der größte derartige Bau in Brasilien. Nach seiner Inbetriebnahme soll er elf Prozent der Stromversorgung des Landes sichern. Nach Angaben der Regierung müssen im Zuge des Projekts 16.000 Menschen umgesiedelt werden. Einige Nichtregierungsorganisationen sprechen von bis zu 40.000 Menschen.

Die steirische Andritz AG ist mit einer Auftragshöhe von etwa 330 Millionen Euro an dem Projekt beteiligt und liefert Turbinen und Generatoren. Umweltschützer hatten das Engagement des österreichischen Unternehmens mehrfach kritisiert und dessen Ausstieg gefordert.


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