"steirischer herbst": Identitätensuche mit "Untitled Feminist Show"
Sechs ausdrucksstarke Darstellerinnen aus der New Yorker Theaterszene nähern sich in der "Untitled Feminist Show" im Rahmen des "steirischen herbstes" auf höchst unterschiedliche, aber immer unterhaltsame Wiese verschiedenen Themen an.

Foto © steirischer herbst
Dass die Protagonistinnen dabei durchgehend nackt sind, bringt die Aufführung auf eine sehr unmittelbare, ehrliche Ebene. Regisseurin Young Jean Lee vermischte Tanz-, Theater- und Showelement gekonnt zu einem ungewöhnlichen Abend.
Die sechs Frauen mit völlig unterschiedlichen Körpern zeigen auf tänzerisch-spielerische Weise unterschiedliche Spurensuchen nach dem eigenen Ich. Die Nacktheit hat dabei keine wesentliche Bedeutung, vermittelt aber eine ungeschönte Direktheit, die den Zuschauer mitreißt. Dabei ist auch viel Humor im Spiel, wenn pornografische Elemente mit einem Augenzwinkern abgehandelt werden oder die Suche nach neuen Formen des Miteinanders immer wieder knapp scheitern.
Ernster wird es da schon, wenn klar wird, dass sich die Körper und die gefühlte Identität nicht immer decken. Die Ausbrüche, die Schmerzen, aber auch der spielerische Umgang mit dem Wechsel zwischen männlichen und weiblichen Ausdrucksformen werden lustvoll zelebriert und auch ohne Worte hervorragend vermittelt. Die Regisseurin hat zwar die feministische Bewegung New Yorks als Ausgangspunkt genommen, verzichtet aber auf eine Definition eines zeitgenössischen Feminismus. Die Freiheit und die Stärke jeder einzelnen Figur steht im Mittelpunkt und bleibt auch im Gedächtnis.

















