Die Grazer Glückssträhne mit Dirigenten
Michael Hofstetter macht Mahler zum Erlebnis.
GRAZ. In den Annalen des Grazer Großen Orchesters recreation finden sich Dirigenten wie Fabio Luisi, Stefan Vladar und Andrés Orozco Estrada, zu deren Verdiensten aufzuschließen dem alerten Münchner Michael Hofstetter, 41, keine künstlerische Mühe machen wird.
Seine Interpretation von Gustav Mahlers 4. Symphonie (1901) war präzise, nirgends aufgedonnert, strukturell mit Eleganz entwickelt. In den Höhepunkten des Totentanz-Scherzos und im atmenden Adagio des dritten Satzes ließ er mit lockerer Hand seine Instrumentalisten, den auf "normaler" und sordinierter Geige virtuosen Harald Martin Winkler, dessen Conprimaria Marina Bkhiyan und den Gast-Oboisten Michael Turnovsky, brillieren.
Als vokale Einspringerin für die erkrankte Salzburger Pamina Julia Kleiter konnte ihre Salzburger Vor-Vorgängerin Ruth Ziesak mit makelloser Höhe und uneitler Zurücknahme vom "himmlischen Leben" schwelgend schwärmen.
Welche Glückssträhne die Grazer Orchesterlandschaft begünstigt, durfte man im ersten Teil des Konzerts mit einer furios gespielten Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts "Le nozze di Figaro" und einer fast zur kleinen Symphonie stilisierten Ouvertüre zu "Lucio Silla" erleben. Ruth Ziesak bewies ihre stilistische Kompetenz an Susannas "Deh vieni, non tardar". HANSJÖRG SPIES
Im Radio: 21. Oktober, 20.04 Uhr, Radio Steiermark.

















