Ungerecht
Da staunt der Laie. Es ist zuweilen schon etwas merkwürdig, wie Österreich mit jenen verfährt, die sich um ein Leben zwischen Boden- und Neusiedlersee bemühen.
Für die einen geht alles ganz einfach: Eine namhafte finanzielle Zuwendung für den österreichischen Sport oder den Kulturbetrieb, schon gibt's Anerkennung und Staatsbürgerschaft samt Pass und allen Rechten. Das lästige Juristische erledigen Agenturen. Wie annehmlich.
Für jenen 23-jährigen Nigerianer, der jetzt aus Graz abgeschoben werden soll, kann das nur wie Hohn klingen. Der junge Mann musste als Jugendlicher aus seiner früheren Heimat flüchten, lebt seit fast neun Jahren in Graz, arbeitet, soweit es ihm erlaubt ist, ist kein einziges Mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten, fühlt sich als voll integrierter Bestandteil der Gesellschaft (Seite 24).
Jetzt muss er nach einem jahrelangen Verfahren gehen. Ein Investment für eine Staatsbürgerschaft kann er sich natürlich nicht leisten.
Eine solche Praxis ist nicht nur merkwürdig. Sie ist himmelschreiend ungerecht.
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