Morddrohung an der MedUni Graz
Für Aufregung sorgt ein deutscher Student an der MedUni Graz. Die Situation eskalierte zuletzt mit indirekten Morddrohungen. Er soll auch versucht haben, sich eine Waffe zu besorgen. Der Beschuldigte soll an einer paranoid-schizoiden Störung leiden.

Foto © Hoffmann
Für Aufregung sorgt ein deutscher Student an der MedUni Graz. Die Situation eskalierte zuletzt mit indirekten Morddrohungen. Er soll auch versucht haben, sich eine Waffe zu besorgen. Dass der Beschuldigte, der an einer paranoid-schizoiden Störung leiden soll, bis zuletzt trotzdem weiter studieren durfte, sorgt nicht nur intern für Kritik.
Unruhe an der MedUni
Der Kleinen Zeitung liegen exklusiv Protokolle vor, die mehrere Vorfälle seit 2011 dokumentieren. Bereits im Vorjahr soll der Deutsche einen Professor bei einer Attacke verletzt haben; im Jänner 2012 musste die Polizei im Speisesaal der Hauptküche des LKH-Uniklinikums eingreifen, um den tobenden jungen Mann aus dem Saal zu bringen.
Die MedUni-Konsequenz: Man einigte sich auf eine Therapie, der Deutsche durfte weiter studieren und befindet sich jetzt in der Endphase seines Studiums. Doch die vereinbarte Therapie konnte von den MedUni-Verantwortlichen nicht ausreichend kontrolliert werden. Der Deutsche tauchte trotz Aufforderung angeblich nicht mehr dort auf.
Die Unruhe an der MedUni breitete sich dafür immer stärker aus. Es wird kolportiert, dass man das Prüfungsamt sogar teilweise schließen musste, weil Mitarbeiterinnen aufgrund von Drohungen Angst hatten. Und Studenten erzählen, dass sie bei Vorlesungen vom deutschen Studienkollegen fotografiert und nach ihren Namen gefragt worden seien. Und sie erzählen auch von seltsamen Äußerungen des deutschen Studenten ihnen gegenüber.
Im Sommer 2012 konkretisierte er dann seine Drohungen. Die Formulierungen, die zu lesen sind, lassen laut Fachmeinung auf eine echte Bedrohung schließen. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung.
Weil der Student sich zuvor angeblich sogar eine Waffe besorgen wollte, reagierte man dann: Es folgten eine MedUni-Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft und eine Anzeige.
Polizeischutz
Dass die Drohungen ernst genommen werden, beweisen die Reaktionen. Bei einer Promotion gab es Polizeischutz für die Anwesenden. Und aktuell auch vor Häusern und Wohnungen jener, die bedroht werden.
Nach dem Studenten wird bisher in Österreich erfolglos gefahndet. Möglicherweise hält er sich in Deutschland auf. Die dortige Polizei ist auch informiert.
MedUni-Rektor Josef Smolle: "Der Studierende hat wiederholt psychische Probleme gezeigt und E-Mails verfasst. Wir haben die Behörden umgehend eingeschaltet und alles getan, um Mitarbeiter zu schützen und dem Studenten zu helfen."
















