"Rebranding European Muslims": Zuschlag für Wiener Agentur
Im "steirischen herbst" wird heuer nach einem neuen Branding für europäische Muslime gesucht. Das Publikumsvoting gewann die Agentur Demner, Merlicek & Bergmann mit einer Idee, die mit Exotismus spielt.
Vor 100 Jahren hat Österreich-Ungarn als erstes europäisches Land den Islam offiziell anerkannt - ein Anlass für den "steirischen herbst" in Koproduktion mit der Berlin Biennale und inszeniert von der israelischen Performance-Gruppe "Public Movement", nach einem neuen Branding für die europäischen Muslime zu suchen. Drei Agenturen präsentierten in einer performten Gala Freitagabend ihre Strategien für "Rebranding European Muslims": Das Publikum entschied sich sich für jene der Wiener Agentur Demner, Merlicek & Bergmann, die nun umgesetzt wird.
"Look Twice" spielt mit der arabischen Schrift, in der auf den zweiten Blick ein deutsch- oder englischsprachiges Statement zu lesen ist. Eine nicht rasend originelle Idee, die mit Aha-Effekt und Exotismus spielt, sich nicht zu sehr auf die problematische Definierung über die Religion einlässt und die vor allem von Mariusz Jan Demner überzeugend präsentiert und getanzt wurde. Die Konkurrenz aus Schweden und den Niederlanden hatte es schwer - 50 arbeitslose Jugendliche loszuschicken, um bei Hausbesuchen fremde Menschen zu überreden, den Namen Mohammed anzunehmen, erschien zu unrealisitisch, über Internet unicodierte Kampagnen gegen muslimfeindliche Organisationen loszutreten, zu abstrakt.
Vor, nach und zwischen Branding Pitches, kleinem Menü und großem Voting gab es muslimisches Kulturprogramm, dargeboten von heimischen Akteurinnen und Akteuren, vom Gebet bis zum Bauchtanz. Zu später Stunde spielte dann noch die islamische US-Punkband "The Kominas". Wie hatte Eröffnungsrendner Omar Al-Rawi so schön gemeint: "Kunst kann Denkschablonen aufbrechen" - und zugleich gefragt, ob ein "Rebranding" reichen werde.
















