16-Jähriger und sein Vater waren Goldketten-Räuber
Überfallserie auf Senioren in Graz ist geklärt. Ein serbischer Asylwerber (38) und sein 16-jähriger Sohn hatten sich wehrlose Opfer ausgesucht. Auch Goldhändler im Visier der Ermittler.

Foto © APA/Sujetbild
Noch heute leidet eine 79-jährige Grazerin körperlich und psychisch an den Folgen eines Überfalls Mitte August. Von hinten hatte sie ein Mann gegen die Wand einer Kirche gedrückt und ihr eine Goldkette vom Hals gerissen. So wie ihr erging es elf weiteren betagten Frauen und einem 69-jährigen Pensionisten in Graz. Etliche Opfer verletzten sich bei den Überfällen. Die Goldketten-Raubserie sorgte seit Anfang Juli für Aufregung in der Landeshauptstadt. Jetzt konnten die Raubermittler der Kripo Graz die Täter ausforschen und festnehmen. Es handelt sich um einen 16-jährigen Serben und seinen Vater (38), der seit rund drei Jahren als Asylwerber in Graz lebt. Der Jugendliche war noch bis Juni wegen Raubdelikten in Haft gesessen.
Nur kurze Zeit nach seiner Entlassung, am 5. Juli, schlug er zusammen mit seinem Vater einen 69-jährigen Alkoholisierten brutal nieder, brach ihm die Schulter und das Nasenbein und entriss ihm zwei massive Goldhalsketten. Diese verscherbelte er bei einem Händler in der Annenstraße um 2500 Euro. "Da hat er gemerkt, dass auf diese Art viel mehr zu holen ist als mit Handtaschenraub", sagt Gerhard Lachomsek von der Kripo Graz. Danach folgten fast täglich ähnlich gelagerte Überfälle auf betagte, wehrlose Frauen. Wobei sich der Vater immer im Hintergrund hielt, sein Sohn die Tat ausführte. Weil ihn die Opfer kaum zu Gesicht bekamen, gab es lange Zeit keine brauchbare Personenbeschreibung vom Räuber. Doch dann geriet der Vater nach einem weiteren Halsketten-Raub in der Zanklstraße in eine Polizeikontrolle, verhielt sich dabei auffällig. So kamen die Ermittler auf die Spur des eingespielten Vater-Sohn-Gespanns, behielt es weiter im Auge. Ein Überfall auf eine 72-jährige Frau in der Vorwoche war der letzte. Unmittelbar danach nahm eine Streife das Duo fest.
Neben den 13 Halsketten-Überfällen gestand der 16-Jährige auch noch fünf Handtaschenraube. Ermittelt wird aber auch gegen zwei Goldhändler wegen Hehlerei. Sie müssen die Herkunft der Ware (Wert: insgesamt 10.000 Euro) zumindest geahnt haben.















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