Eustacchio sucht das Duell mit Nagl
FPÖ-Chef will 15 Prozent plus. Debatte um Parkplätze am Hauptbahnhof und Café Rosenhain.

Foto © EderMario Eustacchio
Die Marschrichtung der FPÖ ist klar: Siegfried Nagl und seine ÖVP müssen als Reibebaum für den obersten Stadtblauen, Mario Eustacchio, herhalten. Er fordert Nagl zum Duell: Sieben Todsünden wirft der Ex-Banker dem tiefgläubigen Nagl vor. Von Gier (Postenschacher im Rathaus) über Völlerei (unter Nagl hat sich der Schuldenstand auf 1,1 Milliarden fast verdoppelt) bis hin zur Trägheit (durch die Moschee werde eine Parallelgesellschaft gefördert).
Die Strategie hinter diesem Frontalangriff: Mit der SPÖ von Martina Schröck und den Grünen von Lisa Rücker will man sich gar nicht abgeben, FPÖ-Chef Eustacchio will sich auf Augenhöhe mit Nagl sehen - was selbst beim Erreichen des ausgegebenen Wahlziels von 15 Prozent plus schwierig wird.
Der Streit um die Parkplätze am Hauptbahnhof symbolisiert den tiefen Bruch zwischen den ehemaligen Koalitionspartnern Schwarz und Grün. Nagl hatte in Abwesenheit Rückers ja ein "Machtwort" gesprochen und forderte die Wiederherstellung des alten Zustandes - sprich 42 Parkplätze. Einen entsprechenden Dringlichen Antrag wird VP-Verkehrssprecher Peter Mayr heute im Gemeinderat einbringen. Rückers Plan sah nur noch 24 vor, nun legt sie einen Kompromiss vor: 32 Parkplätze, dann könne die Entflechtung von Öffentlichen und Individualverkehr aufrechterhalten werden. Ob der Kompromiss greift, ist offen.
Ein anderes heißes Eisen greift SP-Klubchef Karl-Heinz Herper an, der die von einer Bürgerinitiative bekämpften Umbaupläne für das Café Rosenhain per Dringlichkeitsbeschluss stoppen will: "Die Holding Graz sollte die Initiative, den Bezirksrat und interessierte Bürger einbinden." Immerhin bekenne sich die Stadt zur Bürgerbeteiligung. Grüne, KP, FP und BZÖ unterstützen Herpers Petition gegen das Projekt, das Stadtchef Siegfried Nagl ja forciert. HEC, WIN

















