"Schreiben ist wie Atmen"
Dana Ranga löst Barbi Markovi´c als Stadtschreiberin ab. Die in Berlin lebende Rumänin über das All, Film als Umweg und das unbekannte Graz.

Foto © KK Es ist ihr erster Besuch in Graz, dafür bleibt sie als Grazer Stadtschreiberin gleich ein ganzes Jahr da: Dana Ranga
Bisher ist Graz ein Nullsummenspiel für sie. Die in Berlin lebende Autorin Dana Ranga war noch nie hier. Das ändert sich. Ab Donnerstag tritt die 48-Jährige ihr Amt als Grazer Stadtschreiberin auf dem Schloßberg an und löst Barbi Markovi´c ab. Die legt zum Abschluss ihre literarische Landkarte "Graz Alexanderplatz" (Leykam) mit einer ironischen Sicht auf Plätze, Straßen und die Menschen dazu vor.
Die Aussicht für Ranga ist: ein ungestörtes Wühlen im Wortuniversum mit Blick auf Graz. In ihrem Fall im "Hauthaus". So lautet der Arbeitstitel ihres neuen Buches. Ein erster, intelligent und imposant verwobener Auszug ist unter dem Titel "Derma" in der neuen Ausgabe der Literaturzeitschrift "manuskripte" abgedruckt. Mit wundervollen Wörtern wie Wintersprossen, Stachelzellschicht oder Angstsediment.
Neben der "manuskripte"-Redaktion stehe eine weitere Adresse auf ihrem Graz-Plan: das Weltrauminstitut der TU Graz. Ranga hat in ihrer künstlerischen Arbeit schon mehrere Expeditionen ins All gestartet. Ihr Dokumentarfilm "Story" (2003) über den Astronauten Story Musgrave, erster Teil einer Trilogie, heimste bei Festivals in Marseille, Leipzig und Houston Preise ein. "Die Spannung zwischen den Extremen, Schwerkraft und Schwerelosigkeit" - das fasziniere sie am All. Mit ihrem Lyrikband "Wasserbuch" tauchte die Poetin in die fabelhafte Welt lateinischer Namen von Hippocampus erectus (Seepferdchen) oder Octopus vulgaris (Gemeine Krake) ein.
Der Film als Kunst sei ein Umweg gewesen, ein schöner, langer, intensiver, ereignisreicher. "Das Schreiben hat mich immer gerettet, ins Gleichgewicht gebracht", erzählt Ranga. Es sei Nach-Hause-Kommen, das keiner Schreibmaxime bedürfe. "Es ist für mich wie Atmen, ein zusätzlicher Sinn, etwas Selbstverständliches."
Lesung: Dana Ranga und Barbi Markovi´c, heute, 20 Uhr, Literaturhaus Graz. Tel. 0767 67 101 66
















