"Aufgegabelt": Grazer Schau pickt sich besonderes Besteck heraus
Einen Querschnitt durch die Kulturgeschichte des Bestecks bringt eine Sonderausstellung im Museum im Palais in Graz.

Foto © Eder
Dabei erfährt man, dass unter Besteck, also dem Sammelbegriff für Essenswerkzeug, früher ein Behälter für Messer und Löffel verstanden wurde, der ab dem 15. Jahrhundert am Gürtel befestigt war und den man immer bei sich trug.
Wie Ausstellungskuratorin Eva Marko der APA erklärte, wird etwa ein Viertel der einschlägigen Bestände aus der Kulturhistorischen Sammlung am Universalmuseum Joanneum präsentiert, wobei ein Zeitraum vom ausgehenden 16. bis ins erste Viertel des 20 Jahrhunderts erfasst wird. Eröffnet wird die Schau, die bis zum 9. Dezember zu sehen ist, heute, Mittwochabend.
Die Gabel hat im Verband der Essensinstrumente lange Zeit eine Sonderstellung eingenommen: Im Mittelalter galt sie als Teufels-Werkzeug, erst allmählich fand die zweizinkige Spießgabel zum Tranchieren von Braten Verwendung - als Essbesteck diente sie in Mitteleuropa erst seit dem 17. Jahrhundert. Aber auch Löffel und Messer haben verschiedene Formen und Verwendungen durchlaufen, ehe sie zum selbstverständlichen Teil der gedeckten Tafel wurden.
Sonerausstellung
Die Sonderausstellung pickt die interessantesten Exponate eigener Bestände heraus: vom einfachen Essbesteck über barockes Reisebesteck bis zum vergoldeten Tafelbesteck der Grafen Herberstein. Besonders altehrwürdiges Exponat: Ein "Besteck", also ein Behälter aus Buchsbaumholz für Messer und Gabel, aus dem Jahr 1592. Die fein geschnitzten Darstellungen beziehen sich auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn, auf die Werke der Barmherzigkeit und die zwölf Apostel.
Für April 2013 kündigte Marko eine größere kulturgeschichtliche Ausstellung über Schuhe an, die gemeinsam mit dem Völkerkundemuseum Wien gestaltet wird. Voraussichtlicher Titel: "Ihr Auftritt".

















