Sturm-Pläne heftig umstritten
Heftig und kontroversiell diskutiert wurden die Pläne von Sturm Graz, die UPC-Arena umzubauen und den Vorplatz zu überdachen. Wir haben uns umgehört.

Foto © Mindestens 20 Millionen Euro würde die Realisierung der Sturm-Ideen bei der UPC-Arena kosten
Als neues "Tor nach Graz" will der SK Sturm seine Ausbaupläne beim Stadionvorplatz den Grazern schmackhaft machen. Wie berichtet soll ja neben der Sanierung des Stadions samt Ausbau von Stehplätzen auch der Stadionplatz überdacht werden. Die Kosten werden auf mindestens 20 Millionen Euro geschätzt.
Was Sagen Sie zu den Stadion-Plänen?
Mario Fraiß, 27: Ein Ausbau der Kapazitäten ist nicht notwendig. Ich bin oft selbst in der UPC-Arena und frage mich, wie sie ein größeres Stadion vollkriegen wollen. So populär ist Fußball in Graz halt nicht, die 20 Millionen Euro finde ich sehr überbudgetiert. Vor allem wenn Steuergelder involviert sind.
Evelin Huber, 60: Ich halte nichts von den Plänen. Was soll das, bitte? Das Geld könnte man ganz gut anders investieren. In Krankenpflege, Altenbetreuung, Kindergärten. Das würde sich lohnen, für die ganze Bevölkerung. Was denken sich Nagl und Co. dabei? Ich sage es Ihnen: nichts.
Thomas Banholzer, 17: Ich bin ein Sturm-Fan und finde die Idee super. Wir werden international öfter spielen, also brauchen wir ein neueres und größeres Stadion. Meiner Meinung nach investiert die Stadt eh zu wenig in Fußball. Und die UPC-Arena ist schon älter, die gehört hergerichtet.
Cathrin Bauer, 16: Wir haben gerade eine Wirtschaftskrise, da finde ich es echt unnötig, so viel Geld ins Stadion zu investieren. Die 20 Millionen Euro könnte man ganz gut sparen, das würde nicht schaden. Klar, Kleinigkeiten sollte man schon renovieren, wenn es sein muss, aber nicht gleich alles vergrößern.
VP-Bürgermeister Siegfried Nagl zeigt sich jedenfalls begeistert und will das Projekt unbedingt unterstützen und hofft auch auf große private Beteiligung. Auch beim von Nagl vor die Tür gesetzten ehemaligen Koalitionspartner, den Grünen, steht man den Plänen positiv gegenüber. "Das Stadion ist ohnehin renovierungsbedürftig. Ich freue mich, dass sich Sturm solche Gedanken macht. Eigentlich wäre das ja die Aufgabe der Stadtbaudirektion und der Stadion-Gesellschaft", meint Grünen-Klubobfrau Christina Jahn. Es seien visionäre Pläne, die man sich genauer anschauen sollte. Und natürlich werde man über die Finanzierung reden müssen.
Deutlich mehr Skepsis klingt bei den anderen Parteien durch. FPÖ-Stadtrat Mario Eustacchio lässt ausrichten, dass "sich die FPÖ an weiteren Nagl-Luftschlössern wie bei Reininghaus nicht beteiligt". Man sei aber für die Prüfung wirtschaftlicher und städtebaulicher Aspekte. BZÖ-Chef Gerald Grosz lehnt eine Finanzierung durch den Steuerzahler kategorisch ab: "Die Stadt hat Schulden von 1,3 Milliarden Euro, weitere sind verantwortungslos."
Weniger abgeneigt zeigt sich die SPÖ. "Das ist eine interessante Vision, die allerdings eine gute Finanzierungsplanung braucht", sagt SP-Gemeinderat Andreas Martiner. "Ja zu Reparaturen im Interesse des Sports", sagt KP-Chefin Elke Kahr. Aber nein zu Millionen für Begehrlichkeiten der Immobranche und der Baufirmen, wo es doch für den Sozial- und Gesundheitsbereich angeblich nie Geld gebe.

















