Der neue Schatz des Josef Zotter
Der steirische Vorzeige-Chocolatier investiert in China vier Millionen Euro und baut das neue Schoko-Wunderland "Zhen de Shanghai". Er schafft damit 50 neue Arbeitsplätze.

Foto © Zotter Etwa halb so groß wie in der Steiermark wird das neue Schoko-Paradies in Shanghai
Chinesen lieben Schokolade aus dem Ausland, anscheinend besonders die von Chocolatier Josef Zotter. Nicht anders ist zu erklären, dass der Onlineshop in Shanghai vor Bestellungen übergeht. Außerdem tauchten immer wieder chinesische Delegationen im Stammbetrieb im oststeirischen Bergl auf. "Das alles hat meinen Entschluss beschleunigt, nach China zu expandieren", sagt Zotter. Es ist eine süße Versuchung: Bereits im Oktober startet das Bauprojekt "Zhen de Shanghai" - übersetzt "Erhalte den Schatz". Geboten werden soll Schokolade-Entertainment auf 2500 Quadratmetern - in einer Weltstadt mit rund 22 Millionen Einwohnern. Etwa vier Millionen Euro nimmt Zotter dafür in die Hand, schon im März 2013 soll das österreichische Schoko-Wunderland eröffnen. Derzeit ist das noch schwer zu glauben, denn der Gebäudekomplex aus dem Jahr 1921 am Huangpu-Fluss ist eine verlassene Fabrik, in der einmal 60.000 Menschen gearbeitet haben. Zotter leistet bei dem Projekt Pionierarbeit - er trägt nicht nur den Fair-trade-Gedanken nach China, die Fabrik ist laut Zotter das erste alte Gebäude in Shanghai, das nicht zerstört, sondern revitalisiert wird. Rund 50 neue Mitarbeiter werden gesucht - zehn für die Steiermark, über die auch die komplette Produktion laufen wird. Nur frische Produkte sollen vor Ort hergestellt werden. Bewerbungen von Österreichern für China gibt es bereits, sagt Zotter und freut sich darüber, denn das verrückte Schoko-Theater soll "ein österreichisches Flaggschiff" werden, in dem neben dem bestehenden Sortiment auch speziell entwickelte Produkte und heimische Mehlspeisen angeboten werden. Die Tafel Schoko wird wegen der hohen Importzölle bis zu acht Euro kosten. Wenn das Konzept aufgeht und es ab März vor Besuchern nur so wimmelt, kann sich Zotter auch eine Franchise-Weiterentwicklung vorstellen.
Ein Tochterunternehmen, ist das zweite Schoko-Theater im wahrsten Sinn - Tochter Julia (25) wird die Produktion leiten. Verstärkung aus der Heimat kommt vom Grazer Robert Legenstein, er übernimmt die Geschäftsführung. An prominenten Nachbarn mangelt es nicht, Nike und Adidas liegen in der Nähe.















