Weitere Schulen im Fadenkreuz
Stichtag 1. Oktober: Wer zu wenige Schüler hat, muss mit Auflassung rechnen.

Foto © Land SteiermarkAlbert Eigner leitet die Abteilung 6 - Bildung und Gesellschaft - beim Land
GRAZ. Rot angestrichen haben sich einige steirische Bürgermeister und Schulleiter den 1. Oktober. Zu diesem Zeitpunkt stehen die endgültigen Schülerzahlen fest. Dann sind weitere Schulschließungen nicht ausgeschlossen, bestätigte SP-Landesrätin Elisabeth Grossmann vor ihrem Urlaub. Auch Albert Eigner, Leiter der neuen Landesbildungsabteilung, schätzt, dass "es eine Handvoll Schulen treffen wird".
Die Kriterien für eine Schließung sind kein Geheimnis: Das Land stellt grundsätzlich alle Volksschulen mit weniger als 30 Schülern gemäß Pflichtschulerhaltungsgesetz infrage. Eine Volksschule "mit weniger als 20 Kindern schauen wir uns genau an", unterstreicht Eigner. Bei 48 Schulen war dies in der ersten Etappe der Fall, 30 davon haben vor den Ferien einen Auflassungsbescheid erhalten.
Bei den Hauptschulen sind wiederum vier Klassen mit jeweils 20 Schülern die Untergrenze, bei 70 oder weniger Kindern tickt endgültig die Uhr. Zu den weiteren Kriterien zählen der Schulweg, die Geburtenentwicklung, der Gebäudezustand und die Kapazitäten der Nachbarschule. Politischen Spielraum ermöglicht die Strukturreform: Gemeinden, die freiwillig zusammengehen, haben in der Schulstandortfrage beim Land ein Wörtchen mitzureden.
Unter Beobachtung
Nimmt man den ersten "Regionalen Bildungsplan" zur Hand, standen unter anderen die Volksschulen Pongrazen (Hartberg), Wernersdorf (Deutschlandsberg), Pusterwald (Murtal), Radmer (Leoben), Wildalpen (Liezen), Teufenbach (Murau) und Modriach (Voitsberg) "unter Beobachtung". Das muss nicht das Aus bedeuten, wenn wie in Kleinlobming (Knittelfeld) die Schülerzahlen wieder über die 20-Kinder-Marke steigen. Gänzlich Entwarnung kann jedoch nicht gegeben werden. Ebenso wenig für die Hauptschulen Stubenberg (Hartberg), St. Georgen/Stiefing (Leibnitz) und St. Lambrecht (Murau). Zur Erinnerung: Die Landesregierung ringt um ein neues Doppelbudget und muss 240 Millionen Euro einsparen. Grossmanns Sparanteil wird mit 20 Millionen beziffert.
Freilich werden Politik, Behörde und Fachleute nicht müde zu betonen, dass der neue Bildungsplan mehr als "Standortoptimierungen" beinhaltet. In Arbeitsgruppen werden seit Monaten Innovationen, Schulformen- und -zentren, Verwaltungsmaßnahmen und weitere Themen diskutiert. Der Ball liegt beim Landesschulrat (Wolfgang Erlitz, Elisabeth Meixner), die Ergebnisse sind bisher mäßig bekannt.
THOMAS ROSSACHER
















