Blutende Wunde überführte einen flüchtigen Räuber
Ein drogensüchtiger Grazer raubte einer Kellnerin die Brieftasche. Der brutale Räuber wurde Stunden später in einem Wettcafé gefasst.

Foto © Kanizaj/Sujetbild
Völlig verschwitzt, mit Schaum vor dem Mund und einer blutenden Wunde an der rechten Hand - so war ein vorerst unbekannter Mann Dienstagnacht in einem Lokal am Grazer Lendplatz auf eine junge Kellnerin zugestürmt. Die völlig verschreckte 19-Jährige wich nach hinten aus, bis sie an einer Betonsäule nicht mehr weiter konnte. "Die Kellnerin trug ein Dirndl und am Schürzenbandl war das Etui mit der Kellnerbrieftasche befestigt", berichtet ein Ermittler der Raubgruppe des Stadtpolizeikommandos.
Darauf hatte es der Täter abgesehen, der aus der Drogenszene stammt und dringend Geld für Drogen brauchte. Die 19-Jährige erlitt beim Überfall einen Schock und leichte Verletzungen. Eine 27-jährige Kollegin kam ihr im letzten Moment zu Hilfe. "Sie schmiss sich von hinten auf den Mann." Dabei fiel das Etui zu Boden, der Räuber floh mit der Brieftasche.
Wenig später war bereits eine Fahndung nach dem Mann mit der auffallend blutenden Hand im Gange - die Wunde stammte übrigens von einer Sachbeschädigung, die der 28-jährige Grazer zehn Minuten vor dem Überfall verübt hatte. Er wollte von einer Bekannten Geld für Drogen. Weil diese nicht aufmachte, schlug er ihr Wohnungsfenster ein.
Die blutende Hand fiel auch einem Taxilenker auf, in dessen Fahrzeug der 28-Jährige rund zwei Stunden nach der Tat am Hauptplatz einstieg und sich nach St. Peter chauffieren ließ. Der Taxilenker meldete das der Polizei, die den Gesuchten wenig später in einem Wettcafé fassen konnte. Dabei versuchte er noch einen Polizisten zu schlagen.
Bei ihm wurden nicht nur ein Teil der Beute, sondern auch gestohlene Bankomatkarten sichergestellt. Dennoch wurde der mehrfach Vorbestrafte auf Entscheidung der Staatsanwaltschaft auf freiem Fuß angezeigt.

















