GAK-Zentrum: Stadt ist unter Zugzwang
Investoren wollen ein "verbindliches Kaufangebot" der Stadt. Wie es aussehen soll, wie die Stadt reagiert - hier die wichtigsten Antworten.

Foto © Sabine HoffmannWeinzödl: Die Stadt Graz will das GAK-Trainingszentrum kaufen - noch bevor es versteigert wird
Der Ball wurde platziert und mit geschwellter Brust zurückgespielt: Wie berichtet, wurde die Entscheidung in Hinblick auf das Trainingszentrum des Fußballvereins GAK vertagt. Jene Investoren, die 2008 das Zentrum übernommen haben, lehnten das Kaufangebot der Stadt Graz ab - und forderten ein "verbindliches" Angebot ein.
Damit ist die Stadt wieder am Zug. Und die Zeit drängt: Denn im Oktober könnte ja das Zentrum zwangsversteigert werden.
1. Die Stadt Graz möchte den Investoren das Zentrum um eine Million Euro abkaufen. Warum wurde dies abgelehnt?
ANTWORT: "Schon als wir das Zentrum gekauft haben, hat es immer wieder Änderungen der Stadt gegeben, bis ein Knebelvertrag übrig blieb", betont Ralph Schilcher, einer der Investoren. "Jetzt wiederholt sich das. Zuerst war von 1,7 Millionen Euro die Rede, jetzt bietet man nur noch 1,045 Millionen. Daher wollen wir endlich ein verbindliches Angebot durch die Stadt, bei dem es dann bleibt. Für eine politische Mehrheit muss eben die Politik sorgen."
2. Sagen die Investoren generell Ja zu einer Million Euro?
ANTWORT: "Von den sieben Leuten haben sich drei Gesellschafter vorbehalten, darüber erst zu reden, wenn das verbindliche Angebot da ist", erwidert Schilcher.
3. Wie reagiert nun die Stadtpolitik auf diese Forderung?
ANTWORT: Verwundert - aber gesprächsbereit, wie Bürgermeister Siegfried Nagl verrät: Am Freitag "wird es noch ein Treffen zwischen mir, Finanzstadtrat Gerhard Rüsch und Investorensprecher Schilcher geben." Dabei werde man das Kaufangebot der Stadt wiederholen - es bleibe bei einer Million Euro. "Von mir aus setzen wir auch einen Brief auf, den wir dann unterschreiben. Aber ein schriftliches Anbot gibt es sicher nicht", ergänzt SP-Chefin Martina Schröck.
4. Gibt es gegebenenfalls im Gemeinderat eine Mehrheit?
ANTWORT: Ja, die Summe über eine Million Euro ist mehrheitsfähig. Immerhin sind VP wie SP dafür - und die FP wäre ja auch sogar für 1,6 Millionen zu haben gewesen.
5. Doch was ist, wenn es vor der Zwangsversteigerung zu keiner Einigung kommt?
ANTWORT: Dann könnte Feuer am Dach sein. Niemand weiß, wer den Zuschlag erhält und was dann mit dem Trainingszentrum passiert. Die Stadt selbst wird jedenfalls nicht mietbieten können: Man müsste sich ja vorab auf eine Summe festlegen und diese im Stadtsenat beschließen - kurz darauf würden wohl auch Mitbewerber davon erfahren. Und einfach eine höhere Summe bieten.
6. Die Mietrückstände des GAK bei den Investoren führten ja auch zu einer Räumungsklage. Kann der Verein dennoch bleiben?
ANTWORT: Ja. Vorerst - und wohl auch langfristig, meint Investor Schilcher. "Unsere Klage befindet sich ja in einem ganz frühen Stadium. Ich gehe schon davon aus, dass wir alle uns einigen, bevor es wirklich ernst wird."















