Matthias Kaiser: Ein aussichtsloser Kampf
Der Keramikkünstler Matthias Kaiser liegt mit seinen Produkten in der internationalen Eliteliga. Zurzeit zeigt er Arbeiten von sich in Japan.

Foto © Franz Brugner- Der Grafendorfer Matthias Kaiser ist mit seinen Keramiken ein Brückenbauer zwischen West und Ost
Das Vorrecht der Jugend, rebellisch zu sein, kostete der gebürtige Grazer Matthias Kaiser bis an die eigene Schmerzgrenze aus. Er rieb sich so sehr an den schulischen Zwängen, dass er knapp vor der erlösenden Ziellinie, der Matura, , alles hinschmiss und aufs Geradwohl nach New York entfloh. Dort verdiente der Grafendorfer seine ersten Dollar in typischer Manier eines mittellosen Einwanderers - als Tellerwäscher. Aus Neugier und Interesse belegte Kaiser im Big Apple einen Keramik-Kurs. "Das hat bei mir eingeschlagen", erinnert sich der 44-Jährige. Quasi aus dem Stand übersprang Kaiser die Aufnahmehürde in die renommierte Parsons School for Design in Manhattan. Als der Unruhegeist merkte, einen weiteren Entwicklungsschub zu brauchen, war seine nächste Destination Japan, wo er bei einem Meister der Keramikkunst sein Können perfektionieren wollte.
"Der Meister hat meist geschwiegen. Gelernt habe ich durchs Schauen. So hat er kommentarlos die von mir gemachten Teller begutachtet, vielleicht zwei signiert und die anderen wieder zum Rohmaterial geworfen", erzählt Kaiser von der knochenharten Ausbildung in Seto. Zugleich reifte in Kaiser die Erkenntnis, dass das Ringen um die perfekte Form einen aussichtslosen Kampf darstellt. Und trotzdem ficht er diesen Kampf in seiner puristischen Werkstätte in Grafendorf täglich aufs Neue aus.
In Kaisers Arbeit verwischt sich die Grenzlinie zwischen Kunsthandwerk und Kunst. Zugleich schlägt er eine Brücke zwischen Ost und West. So auch bei der Ausstellung seiner Werke bei der "Teapot + Cup Exhibition" in der Galerie Analogue Life in Nagoya mit sechs internationalen Keramikkünstlern. Nähere Informationen gibt's unter www.analoguelife.com.
















