Das Tauziehen um Oliver geht weiter
Der erste Verhandlungstag im "Fall Oliver" am Bezirksgericht im dänischen Helsingör ist am Dienstagnachmittag mit dem Verlesen der diversen Dokumente bzw. Gutachten beider Seiten zu Ende gegangen.

Foto © APAMutter Marion Weilharter kam nach Dänemark
Ist der fünfjährige Oliver von seinem Vater gewaltsam aus Österreich entführt worden? Der Däne hatte seinen Buben bekanntlich im April vor dem Kindergarten in Graz-Eggenberg der Mutter entrissen und mit einem noch unbekannten Komplizen zurück in seine Heimat gebracht.
Oder war es die Mutter des Buben gewesen, die schon zuvor eine Straftat begangen hatte, weil sie Oliver aus Dänemark weggebracht hatte? Dort hat nämlich der Vater des Kindes das alleinige Sorgerecht.
Um diese zwei Fragen dreht sich im Wesentlichen der Prozess im dänischen Helsingör, der am Dienstag begonnen hat und noch bis Donnerstagnachmittag dauern soll. In rund zwei Wochen ergeht dann das schriftliche Urteil, das entscheidet, wo der kleine Bub in Zukunft leben soll - bei seinem Vater in Dänemark, wo er die ersten Lebensjahre verbracht hat. Oder bei seiner Mutter in Graz.
Eine verzwickte Situation, wie auch Thomas Soerensens Anwältin Maryla Vovleski zugibt: Es sei ein sehr komplizierter Fall, sie habe in der dänischen Rechtsgeschichte gesucht und noch keinen ähnlichen Fall gefunden. Denn eine Entscheidung des dänischen Höchstgerichts hat dem Vater die alleinige Obsorge zugesprochen, Österreichs Gerichte sprachen es wiederum der Mutter zu.
Am Dienstag trafen die beiden Streitparteien vor Gericht zum ersten Mal seit Monaten wieder aufeinander: Marion Weilharter war mit ihrer Anwältin und einem Vertreter der österreichischen Botschaft nach Helsingör gekommen, nachdem ihr die dänischen Behörden freies Geleit zugesichert hatten - monatelang hatte gegen sie ein Haftbefehl bestanden. Oliver musste das Tauziehen um ihn nicht miterleben, er war im Gericht nicht dabei.
Der erste Verhandlungstag am Bezirksgericht ging am späten Nachmittag mit dem Verlesen diverser Gutachten und Dokumente beider Seiten zu Ende. Die Anwältin der Mutter, Britta Schönhart, zeigte sich dabei zuversichtlich, dass das Gericht ihrer Argumentation folgen werde: "Ich gehe davon aus, dass unserem Antrag auf Rückführung nach dem Haager Kindesentführungs-Übereinkommen stattgegeben wird", betonte die Wienerin.
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Bild vergrößernOlivers Vater Thomas Soerensen mit seiner Anwältin auf dem Weg zum Gericht in Helsingör Foto © APA
















