Prozess nach Brandstiftung in Pizzeria: Angeklagter leugnet
Wegen Brandstiftung und versuchten schweren Betrugs hat sich am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht ein 41-Jähriger verantworten müssen. Der Betreiber soll selbst Feuer gelegt und sich dabei schwer verletzt haben.

Foto © Fuchs/Sujetbild
Der Angeklagte soll vergangenen Dezember in einer von ihm betriebenen Pizzeria Feuer gelegt haben, um die Versicherung zu kassieren. Er selbst erlitt schwere Verbrennungen und schob den Brand auf zwei unbekannte Räuber. Die Verhandlung wird an einem weiteren Verhandlungstag fortgesetzt.
Der gebürtige Ägypter kam wegen seiner Verbrennungen mit Handschuhen in den Gerichtssaal, seine Kinder tummelten sich um ihn. Nachdem Richter Helmut Wlasak die Kleinen mit den Worten "das ist hier kein Gasthaus oder Kindergarten" hinausgeschickt hatte, begann die Verhandlung, zu der knapp 30 Zeugen geladen sind. Staatsanwalt Hansjörg Bacher warf dem Beschuldigten vor, den Brand selbst gelegt zu haben. Motiv seien finanzielle Probleme gewesen: "Der Pizzastand lief schlecht, und Sie versuchten ihn erst zu verkaufen, aber das gelang nicht."
Doch der 41-Jährige wollte vom Misserfolg des Lokals nichts wissen: "Das Geschäft lief gut." Doch die Erklärungen der Steuerberater zeigten anderes. "Das stimmt nicht, es wird am Papier ein Verlust gemacht, damit man keine Steuer zahlt. In Wirklichkeit habe ich viel mehr verdient. Das Geld habe ich in meine Wohnung gesteckt." Seine Steuerberaterin habe ihm empfohlen, "einen Teil so, einen Teil so zu machen". "Also schwarz?", fragte der Richter nach. Der Angeklagte nickte zustimmend. Wlasak verkündete ihm gleich darauf finanzrechtliche Folgen: "Ich werde Ihnen die ganze Buchhaltung überdrehen lassen."
Dann schilderte der Unternehmer - er betreibt auch noch einen Geldtransport-Dienst - Drohungen, die er vor dem angeblichen Brandanschlag erhalten habe: Zwei Gäste, mit denen er wegen religiöser Themen in Streit geraten war, habe er Wochen davor aus seinem Lokal geschmissen. "Sie sagten, ich sei so gut wie tot. Ich habe Angst um meine Kinder. Diese Leute sind gefährlich." Im Dezember seien dann maskierte Männer in die Pizzeria gekommen und hätten mit einer Flasche mit Benzin nach ihm geworfen. Danach habe es auch schon gebrannt: "Ich bin mit Sicherheit nicht schuldig", beteuerte er.
19 Tage im Koma
Der Gastronom lag nach dem Feuer 19 Tage im Koma und hat schwere Verbrennungen an Händen und Oberkörper. Der Richter hielt dem 41-Jährigen vor, dass Spürhunde an zwei Stellen Spuren von Brandbeschleuniger gefunden hatten - unter anderem im WC. Das konnte sich der Unternehmer nicht erklären. Am Nachmittag standen Zeugeneinvernahmen am Programm, die an einem weiteren, noch nicht festgesetzten Termin fortgesetzt werden sollen.

















