Lange: "Meine Präferenz ist Graz!"
Schwimm-Trainer Dirk Lange stellte sein Konzept der Bestellungskommission vor - mit Erfolg?

Foto © APADirk Lange
Dirk Lange war angetan von Graz, einmal mehr. "Ich kann nur noch einmal sagen: Hier gibt es definitiv Potenzial, um Weltklasse zu produzieren." Und natürlich hat er die Graz-Einladung der Kleinen Zeitung genutzt, um seine Vorstellungen auch der Bestellungskommission zur Auswahl des neuen Trainers des Landesleistungszentrums zu erklären. Sein Credo, auf das der gebürtige Hamburger schwört: "Ich denke, dass vor allem der Heim-Trainer den Unterschied ausmacht, nicht die Größe eines Landes. Denn in Südafrika gibt es zum Beispiel etwa 9000 gemeldete Schwimmer, in Deutschland fast 500.000. Und trotzdem hat Südafrika Olympia-Medaillen gemacht. Und warum soll so etwas in Österreich nicht gelingen? Die Voraussetzungen hier sind definitiv besser. Cameron de Burgh, Olympiasieger im Brustschwimmen, muss in Südafrika etwa zwei Mal in der Woche ganz normal eine Eintrittskarte fürs Bad kaufen und dann mit allen anderen seine Runden ziehen."
Vielleicht täte er das auch in Graz. Wenn die Wahl der Bestellungskommission auf Lange fällt. Der würde die Steiermark sogar einer Stelle in Russland vorziehen: "Ich habe ein Angebot, russischer Cheftrainer zu werden", sagt Lange, "aber meine Präferenz wäre klar Graz. Weil man hier etwas aufbauen kann, weil sich die Zäsur, der Zeitpunkt genau nach Olympischen Spielen, dafür anbietet."
Das einzige Problem: die Zeit. Durch die Verlängerung der Bewerbungsfrist sind allen Beteiligten die Hände gebunden. Und Lange stellte klar: "Ich kann wohl kaum warten bis zum 1. oder gar erst 15. November. Es geht ja um gravierende Änderungen, meine Familie soll ja auch mitkommen. Und es warten gleich große Meisterschaften. Wenn man die auslässt, vertut man auch die Chance, sich international zu positionieren. Und damit verschenkt man ein Jahr, denn welcher Schwimmer wechselt schon mitten in der Saison? Und auch wenn ein Jahr nach wenig klingt - man hat dann ein weiteres Jahr Eingewöhnung und die halbe Zeit bis zu den nächsten Spielen ist vorbei."
Die Kommission ist angetan
Die Kommission war, so scheint es, auf jeden Fall angetan. "Es besteht nach diesem Gespräch auf beiden Seiten größtes Interesse an einer künftigen Zusammenarbeit", wurde von den Kommissionsmitgliedern einstimmend berichtet. Auch wenn diese Einigkeit das Problem, das man sich mit der Fristverlängerung selbst aufgehalst hat, auch nicht lösen wird. Man darf gespannt sein, wie die Geschichte ausgeht.














