Gemeindefusion: Politiker bezahlten ihren Kollegen
Auf hohem Niveau durchkreuzen vier Gemeinden die Fusionspläne des Landes. Ein Vizebürgermeister erhielt dafür 10.000 Euro.

Foto © GemeindeDie Politiker Pichler (Hart-Purgstall), Seper und Schneider (Brodingberg), Taucher und Koo (Höf-Präbach)
Von Konzepten und Konferenzen über Pressemitteilungen bis zur Bürgerbefragung: Sehr professionell und engagiert sind die Gemeindechefs von Höf-Präbach, Hart-Purgstall, Brodingberg und Kainbach (Bezirk Graz-Umgebung) in puncto Gemeindefusion unterwegs. Anders als die Landesspitze will man im Osten von Graz keine Zusammenlegung, sondern einen Mehrzweckverband, wie ihn der Bund mittlerweile zulässt. Landesweit beachten Bürgermeister diese Offensive: Einige wollen nachziehen, nicht eben zur Freude der reformeifrigen Voves-SP und Schützenhöfer-VP.
Jetzt aber fand sich ein wunder Punkt: 10.000 Euro bezahlten die vier Gemeinden für ihr profundes Vorgehen dem Unternehmer Henry Koo - just Vize-Bürgermeister (ÖVP) in Höf-Präbach.
Koo bestätigt gegenüber der Kleinen Zeitung die Zahlung, die sich die vier Gemeinden teilen. Er sei gebeten worden, zumal eine Kanzlei, die das hätte machen können, einen Stundensatz von bis zu 350 Euro verrechnet hätte. So aber hat Koo für einen "irren Aufwand" binnen weniger Monate die Bürgerbefragung, das Mehrzweckverbandsmodell etc. vorbereitet. Eine Vergütung sei mehr als gerechtfertigt. Als Vizebürgermeister erhält der selbstständige Kaufmann (Bereich Medizintechnik) übrigens "rund 650 Euro" im Monat.
"Eine blöde Geschichte, wir haben überlegt und wollten ja nicht in schiefes Licht gerückt werden", bestätigt Ortschef Florian Taucher, dass es Bedenken im Vorfeld gegeben hatte. Da die Kanzlei aber zu teuer und "man im Gemeindebund für unsere Anliegen nicht frei war", so Taucher, wurde eben Koo engagiert. Er habe eine "klar definierte Leistung" erbracht und sauber abgerechnet. Das sieht auch Fritz Seper, Vize-Ortschef (VP) von Brodingberg so. Nachsatz: "Das Land hat uns ja nicht unterstützt."
Für Koo ist der Auftrag erledigt, er muss nun "kürzertreten". Als Politiker wohlgemerkt.














