Illegales Grün
Oberstgericht hat die Bewilligung für den Kunstrasen am Platz des Landessportzentrums im Stadtpark behoben. Die Stadt Graz hat den Auftrag zum Rückbau erteilt.

Foto © Gepa/Sujet
Zweimal lehnte die Grazer Naturschutzbehörde ab - doch das Land Steiermark hat in dritter Instanz die Verlegung des Kunstrasens auf dem Sportplatz des Landessportzentrums in der Jahngasse bewilligt. Im Sommer 2008 wurde die Kunstrasenanlage eröffnet. Der Verwaltungsgerichtshof hat die Bewilligung wieder behoben - per Bescheid im November des Vorjahres. Doch bis zum heutigen Tag existiert das künstliche Grün. Illegal, sozusagen als schwarzes Grün.
Weil der Sportplatz zum Stadtpark gehört, der seinerzeit als Ganzes zum geschützten Landschaftsteil erklärt worden war, wehrte sich die Grazer Naturschutzbehörde vehement gegen den Kunstrasen. "Das wäre ein erheblicher Eingriff in den geschützten Landschaftsteil", stellte der Grazer Naturschutzbeauftragte Wolfgang Windisch als Amtssachverständiger fest. Das Land Steiermark bestellte dann als Berufungsinstanz einen Privatgutachter, der diesen "Eingriff" nicht sah.
Land gegen Land
Pikanterweise hat dann die Umweltanwältin des Landes, Ute Pöllinger, beim Verwaltungsgerichtshof Beschwerde gegen den Bescheid des Landes eingebracht. Nach über vier Jahren haben die Oberstrichter schließlich dem Kunstrasen eine Absage erteilt. Naturschutzbeauftragter Windisch wundert sich, dass bis heute keine Anstalten getroffen wurden, diese Sache zu korrigieren. Windisch: "Das Höchstgericht ist eindeutig unseren Argumenten gefolgt und hat einen erheblichen Eingriff bestätigt."
"Unsere Baubehörde hat das Land Steiermark mittlerweile aufgefordert, die Sache mit dem Kunstrasen im Sinne der Höchstgerichtsentscheidung in Ordnung zu bringen", erklärt Thomas Rajakovics, der Sprecher von Bürgermeister Siegfried Nagl. Aber sowohl Geschäftsführer Albrecht Erlacher vom Bauherrn LIG als auch Günter Abraham, der Leiter des Landessportreferats, versichern, dass sie noch keinen Auftrag zum Entfernen des Kunstrasens bekommen hätten. Umweltanwältin Pöllinger weilt derzeit auf Urlaub und konnte nicht befragt werden.
Viel haltbarer
An einem lässt Abraham aber keinen Zweifel aufkommen: "Der Kunstrasen ist für diese viel benützte Sportanlage eine absolut sinnvolle Sache, er ist viel haltbarer." Der Naturrasen wäre bei dieser intensiven Bespielung bald eine Schlamm- oder Staubwüste, je nach Wetterlage. Allerdings verlange auch der Kunstrasen eine sehr intensive Pflege. Vor allem müsse er auch regelmäßig stark gegossen werden. Gekostet hat der Kunstrasen rund 450.000 Euro.

















