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Zuletzt aktualisiert: 19.08.2012 um 20:45 UhrKommentare

Angriff der grünen Invasoren

Die Lage ist schlimmer denn je: Eingeschleppte Pflanzenarten wuchern vor allem in der Südsteiermark – die sogenannten Neophyten lösen nicht nur Allergien aus, sie verdrängen auch heimische Arten. Experten sehen nun auch geschützte Biotope bedroht.

Der Riesenbärenklau

Foto © LR Manfred PolanskyDer Riesenbärenklau

Trotz aller Versuche, die Eindringlinge aufzuhalten, ist die Lage heuer schlimmer als je zuvor. So stark wie nie wuchert derzeit in den südlichen Teilen der Steiermark die amerikanische Ambrosia, Allergikern aus leidvoller Erfahrung unter dem Namen Ragweed bekannt. Auch Riesenbärenklau, Springkräuter und Goldrute wachsen im Land ohne Unterlass. Und laut Fachleuten soll das erst der Anfang sein.

Immer stärker verbreiten sich eingeschleppte Pflanzenarten, in der Fachsprache Neophyten genannt, überwuchern Hänge und Flussufer. "In so einer Dimension wie heuer hat es das noch nie gegeben", bestätigt Johannes Gepp, Leiter des Grazer Instituts für Naturschutz. Das Problem: Die rasant wachsenden Pflanzen lösen mitunter nicht nur starke Allergien aus, sondern verdrängen heimische Arten.

Eingeschleppt wurden die meisten der heute unliebsamen Gäste einst als Zierpflanzen. Was bei 99 von 100 Arten kein Problem war, wirkte sich bei einigen Pflanzentypen fatal aus. Ihnen fehlen bei uns die natürlichen Konkurrenten und Schädlinge, sie vermehren sich in Windeseile. Und durch die globale Erwärmung fühlen sich manche in der Steiermark zunehmend wohler.

Rund ein Dutzend fremde Pflanzenarten bezeichnen Botaniker in der Steiermark als problematisch. Während sie noch vor wenigen Jahren vor allem in vorbelastete Ökosysteme eindrangen - etwa an Straßen oder in Schottergruben -, breiten sie sich inzwischen in intakten Auenlandschaften und geschützten Biotopen aus. "Dort verdrängen sie vor allem Frühjahrsblüher wie Schneeglöckchen, die früher oder später verschwinden werden", sagt Gepp. Erschwerend kommt hinzu, dass die jüngsten Hochwasser die Samen der flussnahen Neophyten zusätzlich verbreitet haben, was sich im nächsten Jahr auswirken dürfte.

Zur Folge hat das alles, dass die Gegenmaßnahmen (siehe Infobox) mit der Ausbreitung der Pflanzen nicht Schritt halten. Gepp fordert härtere gesetzliche Schranken für die Einfuhr fremder Organismen und bittet Gartenbesitzer, auf fragwürdige Zierpflanzen zu verzichten.

Der beste Zeitpunkt, die Neophyten abzumähen, wäre übrigens jetzt. In diesen Wochen verbreiten die meisten von ihnen ihre Samen fürs nächste Jahr.


Kommentar

Frido Hütter Bauern & Hu... von Frido Hütter

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Bild vergrößernProblempflanzenFoto © Kleine Zeitung

FAKTEN

Die Berg- und Naturwacht veranstaltet mit dem Land jedes Jahr einen Aktionstag, an dem Neophyten mit freiwilligen Helfern beseitigt werden.

Zudem bekämpft das gemeinnützige Beschäftigungsprojekt "Ausblicke Gosdorf" Neophyten an der Grenzmur.

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