Und wo bitte war der Sturm?
Sturm wollte Rapid mit vier Stürmern aushebeln. Diese Taktik endete in einer 0:3-Pleite. Die Grazer brachten es in den 90 Minuten auf einen einzigen Torschuss. Okotie musste nach einem Zusammenprall mit Sonnleitner ins Krankenhaus.

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Etwas, das gegen Aufsteiger WAC funktioniert, muss nicht zwangsläufig gegen Rapid funktionieren. Um diese Erkenntnis reicher, reiste Sturm am Samstag von Wien zurück nach Graz. Nach Punkten suchte man im Reisegepäck vergeblich. Die blieben in Hütteldorf.
Okotie im Spital
Der zur Pause ausgetauschte Rubin Okotie musste nach einem Zusammenprall mit Sonnleitner in der ersten Spielhälfte mit Verdacht auf eine Kopfverletzung ins Krankenhaus. Hyballa: "Rubin hat ausgesehen wie Muhammad Ali nach einem verlorenen Boxkampf."
Sturm verlor mit 0:3. Die Niederlage war verdient, denn die Grazer waren über 90 Minuten nie in der Lage, Hofmann und Co. ernsthaft in Gefahr zu bringen. Und das, obwohl Peter Hyballa mit Bodul, Szabics, Okotie und Sukuta-Pasu wie zuletzt gegen den WAC von Beginn an vier gelernte Angreifer brachte. Beim 4:1-Sieg gegen die Kärntner war es das Erfolgsrezept, gegen Rapid ging Hyballas Taktik in die Hose. Der Trainer musste, teils wild gestikulierend und laut schreiend, hilflos an der Linie zusehen, wie seine Spieler Zweikampf um Zweikampf und schlussendlich das Spiel verloren. "Jetzt beißt er gleich in den Rasen", kommentierte einer auf der Tribüne des Hanappi-Stadions einen Wutanfall von Hyballa. Die Schadenfreude war unüberhörbar.
Ja, bei Sturm lag in diesem Spiel einiges im Argen. Die Stürmer ließen kaum Gefahr aufblitzen, die Abwehr agierte oft so, als würden sie die Prüfung für das Freischwimmer-Abzeichen ablegen, statt ein Bundesliga-Spiel zu absolvieren. Nach 15 Minuten stand es 1:0 für Rapid: Sonnleitner hatte Burgstaller im Strafraum in Stellung gebracht, Sturms Abwehr ließ den Stürmer gewähren, Tormann Gratzei den haltbaren Schuss passieren.
Es änderte sich nur wenig
In der Folge schaltete Rapid etwas zurück, der SK Sturm, bei dem der junge Abwehrspieler Hütter debütierte, kam ein wenig besser ins Spiel, freilich ohne Kapital daraus zu schlagen. An Hütter lag es aber nicht, dass Sturm verlor. Die beste Möglichkeit für die Grazer vergab Sukuta-Pasu (40.). Dessen Schuss ging deutlich übers Tor von Königshofer.
Nach der Pause musste Hyballa umstellen. Schloffer ersetzte Okotie, der nach einem Zweikampf mit Sonnleitner in der Kabine blieb - Verdacht auf Gehirnerschütterung. Am Spielgeschehen änderte sich wenig, zumindest bei Sturm. Rapid, wo der erst 17-jährige Louis Schaub, Sohn des tödlich verunglückten ehemaligen Admira-Torjägers Fred Schaub, im Mittelfeld eine Talentprobe ablegte, wurde offensiver. Und das lohnte sich. Alar enteilte in der 57. Minute Vujadinovic, überhob den herauseilenden Gratzei und stellte auf 2:0. Das war die Vorentscheidung. Sturm konnte an diesem Abend nicht mehr kontern. Dafür legten die Hausherren nach: Hofmann (70.) traf zum 3:0-Endstand.
Zu diesem Zeitpunkt saß Peter Hyballa schon. Der "Vulkan" war erloschen. Die Darbietung seiner Mannschaft hatte ihm anscheinend die Energie geraubt.
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Bundesliga - 5. Runde
SK Rapid Wien - SK Sturm Graz Endstand 3:0
(1:0). Wien, Hanappi-Stadion, 16.400, SR Drachta.
Tore:
1:0 (15.) Burgstaller
2:0 (57.) Alar
3:0 (70.) Hofmann
Rapid:
Königshofer - Schimpelsberger, Sonnleitner, Gerson (66. Pichler), Katzer - Heikkinen, Ildiz - Schaub (60. Grozurek), Hofmann (75. Kulovits), Burgstaller - Alar
Sturm:
Gratzei - Ehrenreich (69. Bukva), Dudic, Vujadinovic, Hütter - Weber, Madl (87. Kröpfl), Bodul - Szabics - Okotie (46. Schloffer), Sukuta-Pasu
Gelbe Karten:
Keine bzw. Hütter, Madl, Gratzei, Schloffer















